Chopper liest. OLÉ!!

(Papa)

Es ist geschafft. Chopper liest.
Gestern habe ich seinen Zugang gefunden.
Das Spiel geht folgendermaßen:
Er wünscht sich ein Wort. Z.B. MAUS.
Dann fange ich an zu schreiben, natürlich schreibe ich immer irgendein anderes Wort. Er muss es mir dann vorlesen. Und mir sagen, was es bedeutet und ob ich es geschafft habe MAUS zu schreiben. Wenn ich es nicht geschafft habe, MAUS zu schreiben, bin ich ganz traurig (dann lacht er sich kaputt, wenn ich immer Schniefi, Schneuf sage) er kann mich dann trösten, wenn er mir sagt, ob es wenigstens Piepst oder irgendwie nahe dran ist an der MAUS.
Hier nun die Liste, die wir gespielt haben:
LAUS
DAUS
ZAUS
RAUS
HAUS
GEL
QUALE
BONG
BONG
BUM
ENTE
BING
OR (also Ohr)
NASE
MUND
AUS
AUGE
HARE
HUND
(dann hat er es versucht MAS)
LAUS
ZUG
KATZE
KAM
KAT (also Katze auf Englisch)
AUTO
KAT
HOSE
LIPE
SOFA (hier hatte er die nächste Stufe erreicht, er sagte jetzt nicht mehr die einzelnen Buchstaben und verband sie dann im Nachhinein, sondern sagte gleich: „SSOOFFA, Sofa“ -Also band die einzelnen Buchstaben sofort zusammen)
LAMPE
WAND
WUF
HEMD
RAUPE
RASEN
ZEBRA
AFE
OMA (hier ist er müde geworden)
MAUS
JA!!!!!

Ist das jetzt schon Manipulation zum Lernen im Erzieherischen Sinne, oder ist das noch freies Spiel. Ich habe mich das heute gefragt. Aber da es ihm Freude gemacht hat, und ich sofort das Spiel gewechselt hätte, wenn es das nicht gemacht hätte, dann ist das wohl ein Spiel.


Zusätzlich schreibt er jetzt auch immer die Tafel voll von Wörtern. Er versucht sich immer an MAUS, OMA, MAMA, PAPA. Einen Tag klappt es gut, beim anderen fehlen viele Buchstaben, die Richtung ist kreuz und quer.
Aber lustig ist es für uns alle.

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8 Kommentare zu “Chopper liest. OLÉ!!

  1. Interessant. Mein große Tochter (im Blog heisst sie nun Lisa) hat ähnlich begonnen – etwas später als Chopper, aber doch auch erst begeistert. Sie fand Schreiben auch ganz toll. Aber auf der anderen Seite kam sie nur bis an einen bestimmten PUnkt. Dann blieb sie stehen. Sie kann alle Großbuchstaben und inzwischen auch die KLeinbuchstaben. Sie kann sie sich zusammensetzen und lesen – wenn sie will. Aber sie hat kein so großes Interesse daran.
    Sie weiss, dass sie es kann, und das scheint ihr zu reichen. Bei Rebeca Wild habe ich gerade gelesen, dass dies oft vorkommt. Wenn die Kinder sich das Lesen erschlossen haben, rückt es wieder in den Hintergrund und kommt erst einige Jahre später wieder zum Vorschein.
    Ich habe gerade Montessori-Lesematerialien gebastelt.:-) Lisa hat sie gestern entdeckt und sofort damit gearbeitet. Danach meinte sie: „Mama ich will jetzt lesen lernen!“
    Ich:“Aber du KANNST schon lesen. Das Flüssige kommt mit der Übung und in deinem eigenen Tempo.“
    Ich glaube, damit war sie zufrieden.

  2. Ich glaube, was sie auch verwirrt ist, dass alle Leute immer von der SChule sprechen. Sie bekommt gesagt, dass sie IN DER SCHULE lesen lernen wird.
    „Jetzt kommst Du in die Schule, dann kannst Du was lernen.“ Argh! Die Kinder nehmen das tatsächlich auf und glauben das.

  3. Ha! Da wollte ich eigentlich heute bei mir darüber posten (mach ich vielleicht später) aber mein 4 jähriger Sohn ist auch emsig am lesen!

    Man fragt sich „Wo soll das hinführen?“

    Denn heute beim Frühstücken hatter er bereits seinen Brot mit Käse und Marmelade bestrichen, da wollte er auch einen Scheibchen Salami essen (so, auf der Hand). Da erklärte ich ihm, dass wir das nicht machen.

    Daraufhin erwiderte er:
    Doch, Mama, auf der Packung steht „Du Darfst“!

    Es ist toll, wie sie ihre Welt entschlüsseln und dann Rückschlüsse ziehen!

    (netter neue theme!)

    @ einfache Familie: auch Lisas Erfahrung hat meine zweite Tochter gemacht… Kinder sind unterschiedlich und ehrlich: wenn sie 20 sind und alle Kulturtechniken längst gemeistert haben, werden wir nicht sagen: Boa, die hat bestimmt früh das XYZ gelernt!

  4. Die Kultur des Vergleichs.

    Kinder wollen sich vergleichen. Das hören wir ja andauernd. Deswegen müssen sie in Schulen.
    Das Problem an dem Vergleich ist nur, es ist die Wurzel allen Unglücks. Sogar Manager und Mitarbeiterführer bekommen mittlerweile in Seminaren beigebracht, wie man wegkommt vom ewigen Vergleichen.
    Vergleichen hat folgende Nachteile:
    -Es ist ineffektiv
    -Es macht unglücklich
    -Es blendet individuelle Qualitäten zugunsten einer Norm aus
    -Es fördert einen Druck, der den Menschen nur noch auf Mainstream Wissen reduziert.

    Vergleichen ist auch meine große Kritik an der Schule. Ich sage immer: Was nützt es mir der beste Chirurg auf der Welt zu sein, wenn ich eine Operation benötige ? Mit wem kann ich mich noch austauschen ? Wäre es nicht super eine toller Chirurg zu sein, in einem Team mit anderen fantastischen Chirurgen.

    Lasst uns also nicht miteinander vergleichen. Das behindert uns nur. Lasst uns zeigen, was Frei-Bildenden ohne Vergleiche und ohne Schule möglich ist.


    Lasst uns einfach nur Ideen austauschen, wie wir unseren Kindern zeigen können, wie wunderbar die Welt ist und was Bildung für eine intrinsische Kraft hat.
    Wir brauchen das, denn unsere Gehirne und Fantasien sind alle durch das Maul des KulMinis gegangen, und davon können wir uns emanzipieren.
    Frei vom Vergleich.


    Wie waren denn die Lernmaterialien für die Buchstaben. Ich als Programmierer habe meinen Kindern natürlich gleich ein Computerspiel geschrieben 🙂 Deswegen würde es mich umso mehr interessieren, wie das Montessori Material aussieht.

    (Papa)

  5. @einfach familie
    In der Schule lernt man lesen?
    Jaja, das hören wir auch immer.
    Von der Oma, die sagt: Bringts eam net soviel bei, der langweilt sich ja dann nur noch in der Schule.

    Was ist denn das für eine Einstellung zum Wissensdurst der Kinder ?

  6. Ich denke, Vergleichen an sich ist nichts schlechtes, wenn man darauf hin nicht bewertet. Ich beobachte gern, was so vor sich geht, ich finde das einfach total spannend. Von mir aus braucht meine Tochter noch nicht lesen lernen. Sie hat sich lange Zeit auch kaum dafür interessiert. Aber ich schaue gern zu, wie sie es sich selbst erarbeitet.
    Mein Sohn mit jetzt fast 4 interessiert sich noch nicht dafür.
    Das kommt aber irgendwann von ganz allein – gerade deshalb find ich es spannend zu beobachten, WEIL jedes Kind ganz anders ist. 🙂

    Das Montessori-Material ist ja sehr unterschiedlich. Ich war erst nicht ganz so für solches ‚Material‘, aber ich lese gerade sehr viel darüber, und da interessiert es mich natürlich, wie meine Kinder das aufnehmen würden. 🙂
    Ich habe so eine Art Kartenspiel gebastelt, auf der einen Karte ist ein Bild, auf einer anderen Karte das Wort dazu. Die Kinder legen die Karten, die zusammengehören zusammen, und auf der Rückseite ist die ‚Kontrolle‘ – wenn zwei gleiche Abbildungen auf der Rückseite sind, ist es richtig.
    Das fand Lisa toll.
    Bei Montessori gibt es unheimlich viel verschiedenes. Einen rosa Turm brauche ich aber wohl nicht. Da tuns auch unsere Bauklötze ;-), aber ich habe z.B. gerade Perlenmaterial zum Rechnen bestellt, womit ich selber erstmal herum tüftele (was man damit alles anstellen kann 🙂
    Die anderen ‚Materialien‘ sind z.Teil verschieden verwendbar. (bunte Glassteine kann man zum Rechnen verwenden, zum Sortieren, zum Buchstaben nachlegen, aber auch beim Phantasiespiel als Bonbons oder als Geld. 😉 Hauptsache man kann was damit anstellen.

    Ein Computerprogramm haben wir für Englisch. Eigentlich habe ich eins für Spanisch für mich bestellt, aber Lisa wollte für sich auch so eins haben. Hast Du schonmal was von Rosetta Stone gehört? Finde ich ganz nett. Wobei wir eine günstige Basic-Variante haben und nicht das NIcht-erschwingliche Vollprogramm. 😉

  7. Vielen Dank für Eure Kommentare, es ist echt schön, zu wissen, dass es da draußen noch andere Menschen gibt, die sich so intensiv für ihre Kinder und Bildung engagieren und interessieren.

    (Papa)

    Rosetta Stone kenne ich (habe ich für Russisch und Japanisch benützt).
    Mein Problem war nur, dass ich wissen will, was ich lerne. Zudem sind die ersten 20 Lektionen für 20 Euro zu haben (meistens auch in einer Bibliothek in Deiner Nähe) und dann wird es richtig teuer.
    Ich habe auch Assimil (mag ich eigentlich am liebsten), TellMeMore und dann noch die Langenscheid Teile ausprobiert (gab es alles in unserer Bibliothek zum Ausleihen).
    Aber irgendwas hat mir immer gefehlt.


    Was liest Du für ein Montessori-Buch ?

  8. Lesen tu ich gerade ‚Erziehung zum Sein‘ von Rebeca Wild (gibt es teuer oder auch günstig gebraucht bei Amazon). Das ist ganz toll – und kann ich nur weiterempfehlen.
    Ansonsten gibt es so einige direkte Montessoribücher in der Bibliothek.
    Ich habe hier gerade ‚Integrative Montessori-Pädagogik‘ von Dorothee Venohr. Aber ich denke, da gibt es noch bessere Bücher.
    Da ich gern selber ‚Material‘ herstellen möchte habe ich mir Montessori-Praxis bestellt. Das ist allerdings ganz schön teuer. Soll aber auch sehr gut sein (weiss ich aber noch nicht, weil ich es noch nicht habe. 😉

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