In diesem Blog geht es um Bildung. Wir sind eine Familie, die sich zu Hause bildet. Wir arbeiten, wir nehmen am Universitätsgeschehen teil, und wir kümmern uns um die Bildung unserer Kinder. Das ist eigentlich gar nicht so spektakulär. Bis auf den Punkt, dass wir unsere Kinder nicht zur Schule schicken. Das wird in Deutschland mit den härtesten Strafen belohnt. Verteidiger dieser Bestrafung nennen es Schulpflicht; Kritiker nennen es Zwang; oder sogar Erpressung. Wer beim Bildungsringelreihen nicht mitspielt der riskiert viel. Wer eine falsche Theorie äußert, der riskiert noch mehr.

Also bevor Sie uns auf dem Weg hinunter in Alices Kaninchenloch folgen, überlegen Sie es sich genau. Wenn Sie das glauben, was wir schreiben, kann sich Ihr Leben verändern. Freunde wenden sich von Ihnen ab und die blühende Demokratie um sie herum, färbt sich vor ihren Augen in eine Tyrannei der Mehrheit – schlimmer noch in eine ausgeklüngelte Oligarchie. Wollen Sie das? Ein Leben ohne „Du bist Deutschland“?

Alles, was wir anbieten ist die Wahrheit. Oder das Verständnis, das wir bis jetzt von Ihr erlangen konnten.

Unsere Kinder sind knapp 5 Jahre, 3 Jahre und 3 Monate. Wir haben uns nach einem Piratenschiff benannt (1000Sunny).

In der Erzählung dieses Piratenschiffes gibt es eine Version der Geschichte, die von der Weltregierung verheimlicht wird. Dafür wurde auch extra die Insel der Archäologen und die große Bibliothek dem Erdboden gleichgemacht. Die wahre Geschichte steht jetzt also nur auf einem alten Stein, dem sogenannten Rio Poneglyph. Wir suchen auch nach der wahren Geschichte, warum das globale Bildungssystem die heutige Gestalt hat.

Wir schreiben das Jahr 2009 und unsere Frage lautet:

Warum ist das Bildungssystem nicht offen?

17 Antworten to “Über uns”


  1. Warum das Bildungssystem nicht offen ist? Weil der Mensch als Mensch geschaffen wurde und selbst zum Schaffen drängt. Er ist kreativ und seine Kreativität, sein Schaffensdrang läßt ihn über sich selbst hinaus wachsen. Er erwirbt Eigentum außerhalb seines eigenen Körpers auf vielfältige Art, durch Werk und Handel. Manche nun (es sind viele) schrecken halt nicht vor einer Verletzung anderen Eigentums zurück. So ist – vielleicht – das Ansinnen, andere zu bilden, erklärlich: Man dehnt seine Vorstellungen auf andere aus. Menschen zu bilden ist – so gesehen – die stärkste Form von Sklaverei. Derart Unterjochte stehen nunmehr zur eigenen Verfügung. Sie sind nicht mehr Konkurrenten der Machtmenschen und Rechtsverletzer, sondern ihnen folgsam. Dabei haben es moderne, scheinbar freundliche Methoden geschafft, daß die Gebildeten nicht einmal mehr kritisieren, daß sie (von anderen) gebildet wurden, sondern froh sind, zu wissen, wie sie positiv bestätigt werden. Derartiger Erfolg erhebt sie selbst zu neuen Sklavenhaltern.

  2. 1000sunny Sagt:

    Gestern habe ich, als ich Japanisch lernte, eine interessante Sache erfahren.

    Das japanische Symbol für Volk/Nation ist folgendermaßen hergeleitet:

    [ (5) ミン;たみ BIS BIS is a pictograph of an eye pierced by a long needle → blinded slave (compare 童) → people (← subse
    rvient masses who go blindly about their lives) → nation.
    Note that in contrast to 目, BIS of 民 lacks a pupil.]
    Anmerkung: 目- Auge

    -

  3. 1000sunny Sagt:

    Um den Kauderwelsch aus der Etymologie zusammenzufassen: Ein Volk ist eine sich unterordnende Masse – dargestellt durch eine lange Nadel, die in ein Auge gestochen wird (um Sklaven blind zu machen).

  4. schlapunzel Sagt:

    Ich bin noch nicht durch bei Euch, muß aber einen Kommentar dalassen, damit ich ihn nicht wieder vergesse ( vorausgeschickt sei, dass meine Faszination mit jedem Satz, den ich hier lese, steigt!): was machen Kinder von Menschen, denen es völlig egal ist, was mit ihnen passiert? Wie kommen sie zu ihrer Bildung? Ist es in diesen (leider tausenden) Fällen nicht dennoch eine feine ´Sache, dass es eine Schulpflicht gibt?

  5. 1000sunny Sagt:

    Soweit ich weiß, war Leonardo Da Vinci so ein bedauernswertes Opfer…
    Abgesehen davon denke ich, dass ein System, welches den Eltern die Verantwortung für ihre Kinder abnimmt, mit jeder Generation mehr Gleichgültigkeit und Verantwortungslosigkeit erzeugt. Sind es in unserer Generation noch tausende Fälle, die sich nicht um ihre Kinder kümmern, so werden es in der nächsten 10.000 sein.
    Die Verantwortung für die Bildung der Kinder sollte unterstützt werden, zusätzlich gefördert und von den Medien propagiert – aber nie vom Staat deprivatisiert werden.
    Meistens braucht es aber keinen Erwachsenen um ein Kind neugierig auf die Welt zu machen – die Neugierde ist zu natürlich.

    Was ich gut fände, wäre eine persönliche Einladung in eine Bibliothek für jedes Kind, dass das 6te Lebensjahr erreicht. Mit Bibliotheksausweis und kostenlosem Internetzugang. Jede Art von Anwesenheitspflicht finde ich aber kontraproduktiv, weil der Fokus vom Lernen zur Anwesenheit wechselt.

  6. mrs. h. Sagt:

    Ernsthafte Fragen: Wenn die Kinder erst 2 und 4 Jahre alt sind, wie relevant ist dann „unschooling“? Und halten Sie unbegrenztes Youtube-Schauen wirklich für eine vernünftige Beschäftigung für Kleinkinder?

    Ich muss gestehen, ich tue mir schwer mit solchen messianischen Vorstellungen, man müsse alles nur GANZ anders machen, dann würde die Welt besser. Auch in dieser Welt wird es graue Tage, Langeweile, Ödnis, Streit, Ärger, Gemeinheit geben. Mein persönlicher Entwurf ist, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen und, gerade als Pädagogin, Ausschau nach den kostbaren (und gar nicht so seltenen) Gelegenheiten zu halten, in denen die Lust an der Erkenntnis sich sprudelnd einen Weg bahnt. Und wenn ich dann Glück habe, schaue ich in die Gesichter von 21 Jugendlichen oder 25 Kindern, die an dem Moment teilhaben.

  7. eljascha Sagt:

    Und wenn ich dann Glück habe, schaue ich in die Gesichter von 21 Jugendlichen oder 25 Kindern, die an dem Moment teilhaben.

    ich kenne solche Momente (annähernd) aus meiner eigenen Schulzeit auf einem Gymnasium, auf das ich gerne gegangen bin. Annähernd deshalb, weil es nach meiner Erinnerung keinen Moment gegeben hat, wo alle in der Klasse zufrieden, begeistert, glücklich waren, aber es waren gelegentlich sehr viele. Ich kenne solche Momente auch aus dem Kindergarten, in dem mein Sohn war, einmal z. B. als ich an einem Ausflug mit teilnahm. Auch aus meiner Studienzeit und dem Jahr, als mein Sohn auf einer freien Schule war, kenne ich das. Es ist sicher nicht institutionelles Lernen immer gleich Unglück oder schlecht.

    Das Problem ist sicherlich trotzdem, daß institutionelles Lernen (besonders in Schulen und davon vermutlich besonders in den Hauptschulen) immer problematischer wird. Außerdem paßt es für manche Kinder absolut nicht. Deswegen frage ich mich, warum in Deutschland mit Vehemenz eine Bildungsmöglichkeit bekämpft wird, die in anderen Ländern als tragbar angesehen und erfolgreich gelebt wird.

    Da wir Home- und Unschooler hier in Deutschland so sehr bekämpft werden, fällt es manchmal schon schwer, nicht unsererseits „die andere Seite“ zu verteufeln. Und leider sind durch die Illegalisierung und diese Grabenkämpfe zwei Seiten/Fronten aufgebaut worden. Das müßte sicher nicht sein, Institutionen der Bildung und des Lernens und Home-/Unschooling könnten sich sehr sinnvoll ergänzen.

    Institutionalisiert gibt es das Unschooling als freies, vom Individuum selbst geleitetes Lernen bereits (zum Teil) in manchen freien Schulen – auch das wird leider von Behördenseite oft vehement bekämpft. Aber auch andere Verzahnungen von Home-/Unschooling wären denkbar, daß z. B. Kinder in Problemfächern individuell zu Hause unterrichtet werden, oder Kinder, die ganz zu Hause lernen, am schulischen Sport-, Kunst-, Musikunterricht oder an Laborarbeiten, Projekten etc. teilnähmen.

    Es gibt klar auch in der eigenen Welt ohne Schule graue Momente, aber wenn das Leiden an der Schule groß war, können die grauen Momente durch schulbesuchsfreies Lernen erheblich reduziert werden. Und weniger frustrierte Kinder und Jugendliche werden vermutlich weniger frustrierte Erwachsene werden. Dadurch würde die Welt schon ein bißhen besser, meine ich.

    Wenn alle mit offenen Augen durchs Leben gingen, dann hätten wir hier in Deutschland nicht so strikte Fronten und eine so grobe Verfolgung der Home- und Unschooler. (Ich selber bin Mutter von zwei „Unschoolern“.)

  8. Andrea Sagt:

    @ Mrs. H. (oder sollte ich lieber mrs. h. schreiben? sorry, möchte nicht unhöflich erscheinen.)

    Ich habe auch damals, als ich 1000 Sunny’s Blog entdeckte war genau diese gleiche Frage meine: da die Kinder so jung sind, wieso groß von „Unschooling“ schreiben. (Das mit YouTube kam wesentlich später hinzu und ich bin ebenfalls auf 1000 Sunny’s Antwort gespannt, wie Sie es auch sind.)

    Eigentlich sind so alle Kinder und Familien Unschoolfamilien, sofern die Kinder noch nicht Schulpflichtig sind. Wir tun uns nicht schwer zu erkennen, dass Kinder in der Lage sind, ihre eigenen Interessen zu haben und verfolgen, sofern sie noch nicht 6 Jarhe alt geworden sind. Wenn Eltern diese Neigungen und Interessen fördern und unterstützen, dann verstehen wir dies als „Leben“.

    Nun, je mehr ich über „unschooling“ lese und erfahre, ist es schlicht und einfach das „Leben“. Wenn ich hier durch diesen Blog lese, erkenne ich eine enge Familie, die sich Gedanken macht um das Lernen lernen jeder Einzelne der Familie. Und dabei wirkt es alles so un-schulisch. Wir lesen oft in den Medien, oder bekommen oft von Seite der Schule (ich habe 3 Kinder in der Schule), dass Kinder das Lernen lernen müssen.

    Und hier geschieht das. Ohne Kultusministerium. Ohne Schule. Ohne Zwang.

    Eigentlich eine schöne Sache, so was.

    Ich schliesse mit Eljascha an: es können beide Welten des Lernens nebeneinander existieren. Ich glaube weder das eine noch das andere kommt völlig ohne die von Ihnen bescreibene „graue Tage, Langeweile, Ödnis, Streit, Ärger, Gemeinheit“ aus. Blos weil Menschen zu Hause gebildet werden, heisst es nicht, dass man frei wie ein Vogel ist. Und dennoch, ich glaube in eine solche Situation wie 1000 Sunny beschreibt, in eine intakte Familie, kann man sehr gut, sehr direkt und sehr persönlich (sowie sehr gesund und einfühlsam) mit diese hässliche Seite lernen umzugehen.

    Was tun Sie als Lehrerin, wenn zwei Schüler sich streiten? Sie werden eine Strategie haben, z.B. auf die Selbstregulierung der Kinder vertrauen oder Hilfe anbieten, um ein Streit zu schlichten. Konflikte können aber tiefer liegen und eine kosmetische „Vertragt euch wieder“ kratzt vielleicht die Oberfläche an, aber die Herzenshaltung–Neid, Eifersucht, Begehren oder sonst noch was, wird hier meist in der Schule (mit Hilfe von noch-so-einfühlsame-Lehrerinnen wie Sie) völlig außer acht gelassen oder ungenügend beachtet. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich würde sowas nicht als mangelende Interesse oder Einsatz Ihrerseits sehen, ich sehe es ganz pragmatisch: irgendwann muss man in der Schule zurück zur Tagesordnung. Und dann ist der Tag, die Chance vergangen.

    Ja, je mehr ich darüber nachdenke, ist das Homeschooling/Unschooling durchaus eine interessante sowie durch-und-durch gesellschaftlich-gerechte Art und Weise sich zu bilden.

  9. 1000sunny Sagt:

    Hallo mrs. h.,

    Unschooling sehe ich mehr als Lebensphilosophie. Man vergisst alle Zertifikate, Noten und Zeugnisse und freut sich der sprudelnden Lust der Erkenntnisse. Es ist gut, dass wir noch nicht die Schulpflicht im Nacken haben, denn dann können wir ganz gemütlich Unschoolen. Lernen beginnt mit (und eigentlich schon vor) der Geburt – die Muttersprache erlernen noch viele im Unschooler-Way. Allerdings schleichen sich hier schon Schulereien ein: „Das ist falsch, das heißt nicht mich, sondern meins… das ist der Genitiv“ – unsere Kinder sind in keinen Sprachkursen, Kindergärten, Kitas oder ähnlichem. Wenn sie den Blog verfolgen sehen sie, wie sie ohne das alles spielerisch dennoch lernen.
    ..
    Zu youtube-Zugang – einfach in der Suche auf diesem Blog „youtube“ oder „Computerspielen ohne Ende“ eingeben. Wir setzen uns sehr stark mit dem Thema auseinander und gehen das sehr reflektiert an.
    ..
    Ich weiß jetzt nicht, was Sie meinen mit „alles ganz anders“ – wir haben hier einen Artikel, der heißt „Anders“, da stehen ein paar wenige Punkte drinnen. Und messianisch, hmmm. Da müssen sie mir konkrete Stellen sagen. Ich habe nicht das Gefühl, bloß weil man die staatliche Monopolisierung der Bildung kritisiert, dass das gleich messianisch ist. Ich bemühe mich hier um einen respektvollen und offenen Austausch mit anderen. Sollte mir das irgendwo nicht gelungen sein. Ich lerne noch. Geben Sie mir einfach einen Hinweis auf die Stelle, dann verstehe ich es vielleicht.

    Es gibt so viele Menschen, die einen gleichberechtigten Umgang aller Menschen (auch Kinder) miteinander schon immer forderten, da bin ich doch kein Pionier. Und es gibt mittlerweile so viele Unschooler auf der Welt, da reicht es bei mir höchstens noch zum Propheten (wahrscheinlicher aber ein Jünger) :) .

    Ich glaube es ist wirklich an der Zeit, dass Unschooler/Homeschooler/Lehrer/Bildungsinteressierte zusammenwachsen (und den Krieg beenden, von dem keiner mehr sagen kann, wer ihn begonnen hat) und ein offenes Bildungssystem von der Politik einfordern. Damit meine ich insbesondere: freien Zugang zu den Universitäten für alle Menschen.

  10. 1000sunny Sagt:

    Oh. Andrea. Jetzt habe ich bei youtube nur auf die bestehenden Artikel verwiesen. Aber es stimmt, es wird mal wieder Zeit für ein Update. Die letzten Wochen waren nur sehr schwer. Mit Finanzkrise und Mama im Praktikum.
    Das kam so weit, dass ich an 3 Tagen letzte Woche kurz nach dem Aufwachen Nasenbluten bekam.

  11. mrs. h. Sagt:

    Aha. Ich habe mir das mit dem Youtube angeschaut. Wenn Sie das so einbauen in Ihr Familienleben, mei, bitte – ich glaube, ich bin, was kleine Kinder und Medien angeht, eher der Meinung, das sollte man langsam angehen. Aber das ist eine andere Baustelle.

    Was mich eigentlich veranlasst hat, zu posten, war eine Bemerkung, die Sie hier oder bei Herrn Rau gemacht haben (oder sonstwo, ich finde es nicht mehr), dass es Lehrern doch in erster Linie darum gehen sollte, für die Kinder da zu sein, und sie deshalb egoistisch handeln würden, wenn sie auf ihr Gehalt nicht verzichten wollten. So ungefähr jedenfalls. Und das ist, was ich mit messianisch meine – diese angedeutete Vorstellung, man müsste nur alles stehen und liegen lassen und der Idee folgen, um die Welt besser zu machen. Ich habe selber zwei Kinder zu versorgen und brauche dafür das Gehalt. Und meiner Erfahrung nach sind Lehrer, die den Beruf aus reinem Idealismus machen, schnell ausgebrannt und bringen dann auch nichts.

    Ich gebe zu, ich bin unschooling (nicht homeschooling, das finde ich ganz vernünftig, wenn man sich das leisten mag) gegenüber voller Vorbehalte, weil ich es nur von den aberwitzigen mothering.com-Foren kenne, und da sind es fast ausschließlich faule, in Drogen und Online-Rollenspiele versunkene Personen, die ihre Kinder unter dem Fähnlein des unschooling verwahrlosen lassen. Sicher schlechte Beispiele. Sie, Sunny, machen sich ja wirklich viele Gedanken um die Sache.

  12. 1000sunny Sagt:

    Hallo mrs. h,
    was Sie meinen war unter Schulboykott. Dieses ist noch ein Entwurf. Und diese Zeile wollte ich eh löschen und ersetzen. Wie können also Lehrer (zusammen mit den Schülern) in einem Boykott mitwirken, ohne ihren Job zu riskieren (und die Lebensgrundlage ihrer Familie)? Ich will mich für die Zeile entschuldigen und werde sie gleich löschen. Würde mich aber über machbare Vorschläge freuen.

    Auf der rechten Seite (unter den neuesten Kommentaren) finden Sie einen Webring, der Sie zu anderen Home/Unschoolern führt. Heulers.de und der Blog von eljascha sind auch vorzügliche Adressen (aber nicht die einzigen und zu viele um sie hier alle zu nennen) von vorbildlichen Non-Schoolern.

    Es geht darum, die Bildung durch mehr Vielfalt, Freiheit und Eigenverantwortung (auch Lehrer für die Schulen) und weniger politischer Einmischung für alle zu einer positiven Erfahrung zu machen, die sie ihr Leben lang erleben wollen.

  13. mrs. h. Sagt:

    >Es geht darum, die Bildung durch mehr Vielfalt, Freiheit und Eigenverantwortung (auch Lehrer für die Schulen) und weniger politischer Einmischung für alle zu einer positiven Erfahrung zu machen, die sie ihr Leben lang erleben wollen.

    Das ist eine feine Idee. Aus demokratischer Sicht hat es ja einigermaßen schon funktioniert, hier in Bayern, wo eine die Schulen bevormundende Regierung genau dafür kräftig eins auf die Finger gekriegt hat. Ich fürchte nur, dass zur Umsetzung der guten Ideen (die es alle schon längst gibt, und dazu auch viele Menschen guten Willens) vor allem sehr, sehr viel Geld gehört. Beispiel: meine Schule, ein schönes altes Gymnasium in München, verfügt zum Glück über eine große Menge an sehr engagierten Lehrern und über viele wirklich tolle Schüler und Eltern. Die Probleme, die wir haben, ließen sich fast alle beseitigen, wenn wir MEHR PLATZ hätten. Das geht aber nicht, weil wir denkmalgeschützt sind. Woanders hin können die Schüler auch nicht, weil alle Münchner Gymnasium rappelvoll sind. Also müsste man 4 oder 5 neue Schulen bauen. Das kostet aber sehr, sehr viel Geld, auf lange Zeit (ganz abgesehen davon, dass in München auch wieder kein Platz ist), weil ja auch die Lehrerstellen geschaffen werden müssen. Auch mehr Lehrer einstellen geht nicht, selbst wenn man sich das leisten wollte, weil einfach keine da sind.

    Ich habe einfach nicht viel Hoffnung, dass sich von staatlicher Seite viel ändert. Also schaue ich, dass ich meinem kleinen Bereich den Unterricht möglichst angenehm gestalten kann. Wenn Sie politische Lobbyarbeit betreiben wollen, freue ich mich darüber.

  14. eljascha Sagt:

    ich bin unschooling [...] gegenüber voller Vorbehalte, weil ich es nur von den aberwitzigen mothering.com-Foren kenne, und da sind es fast ausschließlich faule, in Drogen und Online-Rollenspiele versunkene Personen, die ihre Kinder unter dem Fähnlein des unschooling verwahrlosen lassen

    Das würde mich mal interessieren – ich kenne diese Foren nicht.

    Aber ich kenne durch meine persönlichen internationalen Kontakte Eltern von Unschoolern und junge Menschen, die jahrelanges Unschooling gemacht haben und dabei erfolgreich gelernt haben, die heute interessante Dinge machen, einer z. B. ist nach Japan gegangen, hat die japanische Sprache auch aus eigenem Antrieb erlernt, lebt und arbeitet nun dort. Und es gibt viele andere, auch weniger exotische Beispiele. Gemeinsam ist dabei, daß die Eltern das Vertrauen in die Kinder haben, daß deren Lernen aus eigenem Antrieb ausreichend sein würde für eine gute Bildung, daß sie als Eltern immer als Ansprechpartner zur Verfügung stehen (das heißt nicht rund-um-die-Uhr da sein, sondern ein offenes Ohr haben), daß sie Interesse an der Bildung ihrer Kinder haben. Das klappt übrigens unabhängig vom Bildungsstand der Eltern, Eltern mit geringerem Bildungsstand und großem, Interesse profitieren selber noch davon.

  15. 1000sunny Sagt:

    Mich würde es auch sehr interessieren, wo ich die vollgedröhnten Eltern und deren Foren finden kann. Bei den Non-Schoolern kenne ich noch keine.
    Die Unabhängigkeit vom Bildungsstand der Eltern ist mir auch schon oft aufgefallen. Das ist echt faszinierend, wenn die Eltern auf einmal anfangen ihre ganze Bildung noch einmal (selbstbestimmt) aufrollen und mit ihren Kindern zusammen in eine richtige Wunderwelt eintauchen. (darüber werde ich hier auch noch berichten, ich habe mir eine neue Serie: Unschooling for the Poor vorgenommen.

    Die CSU ist sehr schön abgestraft worden, leider glaube ich, dass es zu wenig für eine Einsicht ist (oder gar eine Änderung). Jetzt gibt es eh erst mal die Finanzkrisen-Ausrede. Was jetzt hilft, ist der direkte Druck. Der Schulboykott. Es stimmt nämlich z.B. nicht, dass in München kein Platz ist. Wir haben einen immensen Leerstand an Gebäuden. Allerdings erfüllen die alle nicht die Auflagen der Schulpolitik. Wir haben z.B. tausende hochqualifizierte Leute, allerdings erfüllen die alle nicht die Auflagen der Schulpolitik.
    Es ist Zeit die Politik loszuwerden.

    Auf dieser Seite geht es nicht darum in der Lobby rumzubetteln. Es geht darum Druck aufzubauen, auszuüben und dann die Bildung für alle Menschen zu öffnen (oder sie sich einfach zu nehmen).
    Die Grundidee kann man erahnen in den zwei Artikeln: „Papa über Bildung“ und „Kinderarbeit in Deutschland“
    Einbringen kann man sich auf der Seite Schulboykott.

    Wenn Sie ein bisschen die Seite durchforsten (nach Politik) finden Sie auch viele Briefe und Gespräche mit Politikern – die Lobbyarbeit sollte man nicht komplett abschreiben, aber die Macht liegt letzten Endes bei denen, die die Bildung machen (Schüler, Bildende, Eltern, Lehrer, Direktoren) und das sollten wir ein für alle mal zeigen.

  16. Georg Sagt:

    Ich kann Euer Problem gut verstehen.
    Vor einiger Zeit habe ich überlegt, meine Enkel selbst zu unterrichten.
    Ich habe den Gedanken dann verworfen. Über die Gründe würde ich gern diskutieren.
    Das kann ich aber nur in bezug auf meine theoretischen Auffassungen zur Erziehung, die ich hier http://www.subjekte.de/AlteTexte/Erziehungstheorie.htm
    veröffentlicht habe.
    Über ein positives Feedback würde ich mich sehr freuen.
    G. Litsche

  17. 1000sunny Sagt:

    Hi Georg,

    gerne kannst Du Deine Erfahrungen mit uns teilen. Ich bin schon sehr gespannt.

    Bei dem Text habe ich das Gefühl, Du konzentrierst Dich sehr auf das Integrationsproblem. Nach meiner Erfahrung (zumindest beim Unschooling) ist das kein Problem, sondern eine Chance. Jeder „fremdländische“ Nachbar ist eine Chance eine neue Kultur zu erfahren.

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