Wenn sich schwerwiegende Änderungen im Leben ergeben – besonders unerfreuliche, dann fällt es besonders schwer darüber zu bloggen.
Dennoch will ich es versuchen…
Mummy1000Sunny und ich sind getrennt. Ich lebe im Caravan und habe die Kinder unter der Woche und sie ist in der Wohnung.
Letzte Woche war ich mit den Kindern noch einmal in München – ja, im Zug – und habe viele der Orte besucht die mich mit ihr verbunden haben und an viele der Dinge gedacht, die ich mit ihr durchgemacht habe.
Darunter war der U-Bahnhof Sendlinger Tor, an dem wir die Weichen gestellt haben für 9 Jahre gemeinsam durch die Welt gehen und eine Beziehung zu führen, die es wagt uns die Welt herausfordern zu lassen.
Aber auch die Katastrophen (insbesondere auf meiner Seite), in denen sie mir immer zur Seite gestanden ist:
-das Jahr in dem ich 4 mal wegen meinem Herzen im Krankenhaus war und all mein Vertrauen in meinen Körper verloren habe.
-und im selben Jahr musste ich auch noch mehrmals in ein anderes Krankenhaus um mich auch dort reparieren zu lassen
-wie ich langsam die Fähigkeit verlor zu arbeiten und mich nach mehreren Burn-Outs nur noch um die Kinder kümmerte
-als sich chronische Spannungskopfschmerzen bei mir festsetzen und ich tagelang nur noch in einem abgedunkelten Zimmer liegen konnte, die schlimme Zeit, die ca. ein halbes Jahr dauerte in der ich 12-16 Stunden am Tag 5-6 Tage die Woche in diesem Zustand war
-als wir erst eine Schule gründen wollten, und dann (Dank der saudummen Bildungspolitiker) dazu übergingen uns komplett von dem Gedanken Schule zu entfernen und einen unglaublich frustrierenden Kampf gegen die deutsche Bildungspflicht aufnahmen; eine Don Quichotterie, die wir nur machen konnten, da wir uns gegenseitig hatten.
-als ich all mein Geld (zum zweiten Mal) an der Börse verlor und unser gesamtes Familienvermögen verspekulierte
-als ich heftige Insomnia bekam und schon mit heftigem Nasenbluten aufwachte, das ewig blieb (und ich niemanden mehr beim Einschlafen auch nur in meiner Nähe haben konnte)
-als dann schließlich die Ängste und Paniken mich überwältigten, so dass ich nur noch bis zum Ende des Gartenzauns gehen konnte
-als wir am Ende so Pleite waren, dass wir für die letzten Monate ihrer Diplomarbeit wieder zurück zu meiner Mutter ziehen mussten; und sie es dort so lange ausgehalten hatte
-als sie mit mir anfing gegen die Angst zu trainieren und wir es dann in erst kleinen Schritten und dann immer größeren schafften über die deutsche Grenze nach Frankreich auszuwandern.
-als meine Angst sich dann wieder zuzog und mich wieder einschloss; und sie mit.
Ich weiß nicht, ob es einen zweiten Menschen auf der Welt gibt, der einem durch so viele Katastrophen beisteht und so vieles aushält und so viel übernimmt, wie sie es für mich in meinem Leben getan hat. Und ich werde es nie herausfinden können.
Das einzige was ich nun noch sagen kann, ist Danke, dass Du so lange zu mir gestanden hast. Auch wenn nun niemand mehr da ist, dem ich danken kann, weil Du weg bist. Ich danke Dir wirklich von ganzem Herzen. Es tut mir leid, dass ich nicht früher verstanden habe, was ich von Dir verlange und Dir antue.
Es tut mir leid, dass ich die letzten Jahre nicht mehr als ein chronischer Versager war, der seinem Partner nicht mehr bieten konnte, als ihm das Leben zu versauen……
Mummy1000Sunny zu verlieren war die teuerste Lektion meines Lebens, teurer als beide Börsencrashs zusammen – aber ich habe gelernt, dass Leben bedeutet für Andere da zu sein, anstatt zu nehmen.