we don’t need no education – Anmerkungen

Zur Zeit lese ich wirklich gerne paxxreloaded – und heute haben sie eine Schulkritik geschrieben, auf die ich folgende Anmerkungen habe:

Ein paar Anmerkungen will ich aber noch machen, da ich mich mit diesem Thema ja schon seit einigen Jahren exklusiv beschäftige.
1.) Das wichtigste Machtinstrument um Störer wieder einzureihen ist nicht mehr der Lehrer oder die Obrigkeit. Hier ist Gruppenzwang und die verinnerlichten Werte mittlerweile viel effektiver.
2.) Der Weg aus der Schule kann kapitalistisch gelöst werden. Ich finde die USA gehen hier eine richtungsweisenden Weg. Studiengebühren sind hier so stark gestiegen, so dass sich ein Studium für die meisten nicht mehr lohnt. Die herkömmlichen „Stein-Unis“ können aber nicht an ihrer Kostenstruktur drehen, da insbesondere Professorengehälter und Mieten steigen. Dies führt dazu, dass viele Menschen merken, dass sie auch ohne die Stein-Uni studieren können.
So entstehen immer mehr finanziell tragfähige Alternativkonzepte.
Diese sind von der Kostenstruktur für alle erreichbar, sogar in einem Grad, dass sich diese neuen Universitäten über dne nationalen Rahmen in Entwicklungsgebiete ausdehnen.
Diese neuen Unis sind aber dagegen eben nicht erreichbar für die, die zu stark an die Idee der Stein-Unis glauben.
-Das werden nicht die Eliten sein, denn die bekommen jeden Trend am schnellsten mit.
-Das wird auch nicht die Mittelschicht sein, denn die wollen ihr Geld gut einsetzen und verfügen über die nötigen Bildungsressourcen und kämpfen mit den härtesten Ellenbogen im Bildungskampf.
-Das wird leider die Unterschicht sein, die sich nun auf die vielen Universitätsplätze stürtzt – an Universitäten zu denen sie vorher nie Zugang hatten. Zusätzlich ist die Unterschicht extrem Schulgläubig und hofft auf die Rettung durch dieses Unterdrückungsinstrument.
3.) Am Ende einer fundamentalen Schulkritik darf nicht die Reform der Schule stehen. Wer die Fundamente kritisiert darf nicht die Räume renovieren – wenn er es tut wird ihm das Gebäude am Ende wieder zum Verzweifeln wacklig erscheinen.
Die Alternative ist keine Bildungs- und Chancenlosigkeit. Der Schritt seine Bildung selbst in die Hand zu nehmen und sie den Schulgebäuden und Kultusministern zu entreißen ist zielführend, bildend und befreiend.
4.) Bildung ist nie kostenlos – sie kostet die Zeit, die man einbringt. 12 Jahre + 4 Jahre Uni + 4 Jahre Doktor (bald Einstiegsvoraussetzung)= 20 Jahre unbezahlte Arbeit und Vorbereitung auf ein Leben lang niedrig bezahlte Arbeit.

Schul-Ausstiegs-Empfehlungen

Ich höre immer wieder von Kindern, die gerne in die Schule gehen und da richtig hinwollen. Ich finde das ein interessantes Phänomen: Auf der einen Seite die revolutionären Eltern, auf der anderen Seite die spießigen Kinder die (ums mal zu übertreiben).

Für all diese leidgeplagten Eltern will ich hier mal ein paar leichte Einstiege ins Deschooling und Unschooling geben, die sie vielleicht mit ihren Kindern zusammen genießen können und dann drüber reden können. Das schlimmste ist ja, wenn es aufgrund von verschiedenen Wertvorstellungen zwischen Eltern und Kindern zu einer Kommunikationsblockade kommt. Also, dass man sich nichts mehr zu sagen hat, weil ein gegenseitiges Verständnis fehlt. (Wobei verschiedene Wertvorstellungen an sich auch bereichernd sein können und für gute Gespräche sorgen können, also spreche ich nur den Blockadefall an).

Also:

1.) Fight Club (der absolute Deschooling-Top-Tipp für mich)

2.) Das Milgram Experiment (auch als Film)

3.) und natürlich „One Piece“ (die ultimative Serie um Unschooling zu verstehen)

und hier die Englische Übersetzung des Liedes:

 

Der Staat und die Demokratie

Bei Paxx-Reloaded habe ich einen sehr interessanten Artikel über die Demokratie gelesen – zu dem ich ein bisschen was hinzufügen will.

Staaten haben sich ja aus den Herrscherfamilien (besonders erfolgreiche Familien / Stämme) herausgebildet. Diese haben erst alle anderen verprügelt und dann mit Waffen bedroht. Daraus hat sich dann der Feudalismus und später der Absolutismus entwickelt. (Ich weiß nicht, ob das für alle Länder und Zeiten gilt, aber Rom und „Griechenland“ unter Alexander dem Großen sollen ja schon Familienunternehmen gewesen sein).

Wie dem auch sei, dann kam eine Welle an dem sich die Unterdrückten dachten: Hey, wir werden hier mit Gewalt unterdrückt und liefern all unsere Arbeit und all unser Blut ab, damit es ein paar Familien richtig gut geht. Das läuft aber mal gar nicht. – Und sie taten das was man in so einer Situation immer tun sollte, man macht kräftig Revolution… und dort setzen sich dann die „besten“ Familien aus den neuen Verhältnissen an die Spitze. Aber das ist ein Detail.

Nun könnte man den Staat abschaffen. Das wäre einfach, das Gesundheitssystem, Straßen und auch Bildung und Sicherheit lassen sich ohne Staat regeln. Zu der Zeit, als sich die modernen Staaten auf diese Weise bildeten galten Verbrecher als „Wölfe“, die jeder töten darf. Zu diesen Wölfen zählten auch Menschen, die anderen nicht genug vom Kuchen übriglassen um satt zu werden.

Allerdings hat der Staat eine sehr verlockende Idee in sich: Was dem einzelnen nicht erlaubt ist, spontane Gewalt gegen seinen Nächsten, kann durch das Kollektiv legitimiert werden. Natürlich darf man den nächsten nicht töten, oder enteignen… aber wenn wir alle sozusagen ein „höheres“ Geschöpf schaffen, dann können wir es diesem -natürlich- erlauben. Wir alle stimmen ja zu.

Ich will damit nicht behaupten, dass man wirklich abgewägt hat zwischen dieser Option und der Auflösung des Staates. Vielmehr war man einfach einen König gewöhnt und alte Götter lassen sich nun einmal schwer abschaffen. Da ist eine Revolution ganz nett, aber es braucht ein bisschen mehr – nämlich Zeit, Veränderung in den kulturellen Praktiken usw (aber das sind auch nur Details).

Also hat man die zentrale Figur des Beinahe-Gottes, den Leviathan, oder profan gesagt: Den Staat behalten. Erhalten und neu erschaffen. Und es wird für immer mehr Menschen immer deutlicher, was der Staat eigentlich bedeutet und was ihn so sehr auszeichnet. Und das ist nur Gewalt, und damit die Fähigkeit Dinge einfacher und schneller mit Gewalt zu „lösen“ als man es mit strengem Nachdenken wohl könnte.

Aber Leviathan hat einen natürlich Feind: Gott. Und dieser Gott ist spätestens nach der Aufklärung durch die menschliche Fähigkeit streng nachzudenken ersetzt worden. Und da wir nicht aufhören streng nachzudenken (nicht alle, aber genug) werden wir irgendwann auch diesen letzten Gott töten. Wir werden es merken, dass es soweit ist, wenn wir eine Unitoilette betreten und dort lesen werden: Der Staat ist tot.

Raclette

 

Wir haben uns jetzt ein Raclette bestellt. Die Idee dahinter war, dass Kinder ja eigentlich keine Küche haben und bis sie mit einem echten Ofen und einer echten Pfanne/Töpfe/… umgehen können vergeht erst mal eine gewisse Zeit. Bis es soweit ist einfach mal in der Küche mithelfen ist aber demotivierend. Denn etwas wirklich selber machen unterscheidet sich von Hilfstätigkeiten leisten, die bei der Produktion nötig und einfach sind. Zusätzlich muss ja alles in einer gewissen Geschwindigkeit ablaufen, wenn es sich um “echtes” Kochen handelt. Das ist sehr überfordernd und zusätzlich nochmal demotivierend, da die Kinder keinen guten Überblick haben… da sie ja nicht alles selber machen (können).

Bei einem Raclette ist das anders, dort können sie einfach Dinge zusammenstellen und in ein kleines Pfännchen schichten. Dann in das Raclette reinstecken und 5 Minuten später schmeckt es lecker.

Zusätzlich könne sie auf den Grillstein oben Fisch/Meeresfrüchte oder Fleisch legen und es auch selber problemlos umdrehen. Auf der anderen Seite sind kleine Einbuchtungen für Minipfannkuchen (oder Crêpes) – einfach Teig hinein, warten, schmecken lassen.

Chopper ist ganz eifrig beschäftigt und kommt alle paar Minuten herein, ob ich wirklich nicht mehr kann (ich bin nämlich total voll). Er hat jetzt ein Restaurant und schon was für Sanji (das Baby) und für Nami (seine Schwester) gemacht. Es ist wirklich eine Freude :)

Bin gespannt, wie lange das Wetter noch so gut ist, dass wir den ganzen Tag draußen sein können. (Wobei es regnet und wir damit nur unter dem Vorzelt raclettieren können).