Christlicher Fundamentalismus, Rassismus, Leitkultur und Lügen…

…davor soll uns ja die Schulpflicht schützen.

Ich will hier einfach mal ein paar Fakten nennen.

Der Chef über allen

Zuerst aus dem Lebenslauf unseres verehrten Kultstussministers Ludwig Spaenle (Quelle):

Nach seinem Abitur am Wilhelmsgymnasium 1980 studierte Spaenle Geschichte und Katholische Theologie in München. 1989 wurde er zum Dr. phil. promoviert.

Mitglied im Kuratorium der Hochschule für Philosophie der Jesuiten (Jesuiten glauben alles was der Papst sagt)

Mitglied der katholischen bayerischen Studentenverbindung K.B.St.V. Rhaetia und Mitglied im Katholikenrat der Region München.

Das Ministerium

Nun zum Wort „Kultus“ an sich, dessen Ministerium alle Kinder in die Schule zwingt (wenn nötig mit nicht ganz so christlicher, demokratischer Polizeigewalt) (Quelle Wikipedia):

Der Begriff Kultus steht für kirchliche Angelegenheiten, was historisch gesehen die Kernaufgabe eines Kultusministeriums war. Diese Kompetenz wurde meist um das Schulwesen ergänzt, das lange unter kirchlicher Aufsicht stand.

Kult (v. lat.cultus [deorum] = Götterverehrung, aus colere [im PPP cultum] = anbauen, pflegen), auch Kultus, umfasst die Gesamtheit aller religiöser Praxis. Das abgeleitete Adjektiv lautet kultisch – im Gegensatz zum slanghaften kultig als Adjektiv zu Kultstatus.

Obwohl der Begriff Kult im Allgemeinen für die Bezeichnung von religiösen/spirituellen Handlungen benutzt wird, wird er in der Alltagssprache weiter gefasst und auch auf andere Arten von ritualisierten Handlungen angewandt. Ein Kult umfasst in jedem Fall folgende drei Aspekte:

  • ein Objekt (um das sich der Kult dreht) (na, was könnte dieses Objekt wohl sein)
  • eine Gruppe von Individuen (die diesen ausführen)  (die Hohepriester mit dem geheimen Lehrplanwissen, der nur von ihnen vermittelt werden darf)
  • eine Reihe mehr oder weniger ritualisierter Handlungen (Schultüte, Zeugnisse, Hausaufgaben, Noten, Tests, ein Gong alle 45 Minuten, harte Tische, harte Stühle, …)

GEW und Konsorten

Nun, das alles ist eigentlich gar nicht schlimm. Denn zwischen dem Kultstussministerium und den Schülern gibt es ja immer noch die Lehrer. Viele Lehrer sind in der GEW organisiert. Der Gewerkschaft für Erziehung und Wirtschaft… äh Wissenschaft. Das Wort Bildung kommt selbstverständlich darin nicht vor, denn es geht ja um den staatlichen Erziehungsauftrag zum konformen Untertan.

Die GEW fälschte den Bericht des UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Bildung Vernor Muñoz um zu vertuschen, dass Homeschooling doch bitte baldmöglichst umzusetzen wäre. Das ist Wissenschaft, wie man sie sich wünscht. Und die Werte dieser Erziehung möchte ich nicht teilen.

Schauen wir uns also den Lehrerverband an und seinen illustren Chef:

Josef Kraus

Er bezeichnete, auf seine diplomatische Art den UNO-Querulanten aus Costa Rica (ach so – Costa Rica, na dann sind seine Erkenntnisse ja wertlos, wir wissen ja alle, dass die in ihren Unis nur über die Verteilung von Kokosnüssen zwischen sich und den Affen lehren und erforschen)

Als wäre das nicht genug, spricht Herr Kraus im nächsten Abschnitt in adrettem braun weiter und gibt auch noch zu, dass er seine Frau grimmig, aber souverän ignoriert:

Im Privatleben würde man über dergleichen Nörgeleien grimmig-souverän hinweggehen. Hier aber geht es um ein öffentlich massenhaft verbreitetes und von so manchem Ghostwriter flankiertes Querulantentum. Deutschland auf dem Niveau von Drittländern? Da ist offensive Widerrede patriotische Pflicht.

Und natürlich Spott über Länder, die nicht so im Überfluss leben ist auch immer hipp:

Warum kümmert er sich nicht um Länder, in denen Menschenrechte und Bildung wirklich darniederliegen? Warum kümmert er sich nicht um sein eigenes Land? Costa Rica hat jedenfalls eine Schulpflicht nur für die Sechs- bis Zwölfjährigen. Deshalb konnte es an der PISA-Testung auch nicht teilnehmen, denn bei PISA werden Fünfzehnjährige getestet.

Am Ende gibt Herr Kraus Auskunft über seinen Bildungsstand:

Seit der Weimarer Republik gibt es in Deutschland die Schulpflicht und mit ihr die staatlichen Lehrpläne, an die sich alle Schulen halten. [Klar, die Weimarer Republik stand 1938 ja in ihrer Blüte].

Neun Jahre müssen Kinder eine Schule besuchen, mit dem 18. Lebensjahr endet die Schulpflicht. [Einschulung mit 6 + 9 Jahre= 15; sie endet aber erst mit 18 - sehr verwirrend diese Pipi-Langstrumpf Mathematik]

„Die Schulpflicht ist eine der größten sozialpolitischen Errungenschaften, die es gibt“, sagt Lehrerverbandschef Josef Kraus. [Herr Kraus meint eigentlich die Beschulungspflicht des Staates - aber Verdrehungen sind ein Hobby der Lobby]

„Die Schulpflicht macht Bildung unabhängig vom Geldbeutel der Eltern.“ [Ich dachte immer Rechte, Geld oder ein kostenloses Angebot machen unabhängig vom Geldbeutel der Eltern; bei Josef sind es die Pflichten - na hoffentlich wird er nicht bald Arbeitsminister]

Eltern seien außerdem nicht in der Lage, ihre Kinder so umfassend zu bilden wie Schulen.[Ein Drittel der Kinder wird aussortiert, das müssten sogar die Eltern schaffen, die Herr Kraus sich zusammen phantasiert]

Kraus’ Meinung über die Familie Romeike: „Die Eltern verbauen ihren Kindern große Teile ihrer Zukunft.“ [Genau, individuelle Förderung und Interesse am Lernenden und seinen Interessen sind die schlechtesten Voraussetzungen für einen Start ins Leben]

Ich gehe davon aus, dass Kraus die Studien zum Homeschooling kennt und auch die ungefähren Daten der Weimarer Republik. Er scheint also zu lügen um seinem Verband Privilegien zu erhalten. Ist ja auch sein Job. Aber dass er dann auch noch seine Frau ignoriert – heieiei.

…………..

Am Ende will ich noch sagen, dass die Religionsfreiheit die große Errungenschaft ist. Sie beendete jahrzehntelange Kriege um den richtigen Gott. Aber dafür müsste man ein Geschichtsbuch aufschlagen… eines, das nicht von der GEW übersetzt wurde oder von der Lehrergewerkschaft als Fremdbeschäftigung klassifiziert worden wäre.

Bildung gibt es in Deutschland bis auf weiteres nicht.

Rousseau über Utilitarismus

(jaja, ein Zitat :) )

[wenn] es gestattet ist, um der Sicherheit der Vielen willen einen Unschuldigen zu opfern [sei das] eine der abscheulichsten, die je von einer Tyrannei ersonnen wurde; die falscheste, die man vorschlagen könnte; die gefährlichste, die man akzeptieren könnte; diejenige, die am direktesten im Widerspruch zu den grundlegenden Gesetzen der Gesellschaft steht“

und weiter

„Statt dass einer für alle sterben soll, stehen alle mit ihren Werten und ihrem Leben für die Verteidigung jedes einzelnen von ihnen ein, damit die Ohnmacht des einzelnen stets durch öffentliche Gewalt und jeder Staatsangehörige durch den ganzen Staat beschützt werde.“

(Über den Gesellschaftsvertrag)

Sehr provokanter Artikel über den neuen deutschen Faschismus…

vorab möchte ich sagen, dass dieses nicht meine Meinung ist sondern eine Persiflage auf die aktuellen Ereignisse und deutschen Antworten des deutschen Journalismus auf die Geschehnisse um die Familie Romeike. Mir geht es darum aufzuzeigen, wie gefährlich die Argumentation hier teilweise ist und auf welch dünnem Eis sie sich bewegt. Ich schätze alle Glaubensrichtungen und Verurteile Mord, Gewalt – auch und besonders wenn sie vom Staat ausgeht, dem die meisten Menschen ohnmächtig gegenüberstehen. Auch möchte ich damit aufzeigen, wie wenig die Menschen aus ihrer Geschichte gelernt haben.

Konkret handelt es sich um diesen Artikel bei der Zeit, bitte vorher lesen. Genug der Vorworte, jetzt geht es los (leider) :

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Die Juden schaden ihren Kindern  (1. November 1938)

Die Juden haben einen Glauben, den die deutsche Nation nicht teilt. Die Wertevermittlung der deutschen Leitkultur akzeptieren sie nicht.

Für ihre Vorstellung von Kindeswohl haben die Juden in Kauf genommen, dass der Nachwuchs mit ihnen zusammen in das Konzentrationslager in Dachau gebracht wurde. Anstatt sich freiwillig dorthin zu begeben, mussten die Kinder miterleben, wie sie von der Polizei aus ihren Häusern entfernt wurden, so riskierten die Juden in verantwortungsloser Weise eine Traumatisierung ihrer Kinder. Was das für die Kinder bedeutete, mag man sich nicht ausmalen. Ausmalen will man sich auch nicht, welche Spuren die Flucht mancher Juden in die USA hinterließ.

Das Gefühl, nicht gewollt zu werden, gar verfolgt zu sein, kennen deren Kinder lange. So ehrenwert der Glaube der Juden  ist, so übertrieben mutet die Reaktion der USA an. Juden erhalten nun politisches Asyl in den USA.

Lange war es für Juden in Deutschland schwierig, Kinder zur Adoption an Arier-Eltern freigeben zu lassen, die den Glauben haben, den der Führer vorschreibt. Der Individualisierung der Lebensentwürfe wird der Faschismus noch nicht gerecht. Doch gerade in den vergangenen Jahren hat sich viel bewegt und wir steuern auf einen glorreichen Sieg zu.

Warum haben die Juden ihren Kindern nicht vieles erspart und hierzulande lange genug nach passenden Eltern gesucht?

Es bleibt der Verdacht, dass die Juden nicht nur idealisieren, was Pluralismus sein kann, sondern auch, was Gesellschaft sein muss. Mehr Gelassenheit werden sie auch in Tennessee brauchen.

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Ich möchte hier nicht die Leiden, des jüdischen Volkes in Deutschland während des 2.ten Weltkrieges herunterspielen oder auf die gleiche Ebene oder Intensität der politischen Verfolgung der Romeikes setzen. Ich will nur den Deutschen Artiklern einen Spiegel vorhalten, damit sie gesellschaftliche Kräfte nicht wieder in dieselbe politische Sackgasse ziehen, die sie schon einmal erreicht hatten. Es ist schlimm was geschehen ist, und wir sollten aus den Fehlern endlich lernen. Ein Band des Schweigens darüber zu legen ist der erste Schritt einen Schleier des Vergessens zu erzeugen. Mir ist es wichtig die Ähnlichkeit der Argumentation herauszuarbeiten.

Ich hoffe mit meinen Warnungen nicht die zu beleidigen die damals gelitten haben, sondern die aufzurütteln, die aktuell von „angeblicher Verfolgung“ und einem „höheren Gut“ schreiben. Religionsfreiheit ist eine demokratische Errungenschaft, nicht die Schulpflicht – diese wurde in Deutschland von Adolf Hitler eingeführt und in den USA um die Schwarzen von hohen Posten fernzuhalten. Ihr Vater war Gottlieb Fichte, der von Bertrand Russel der Vater des Faschismus genannt wurde. (siehe Die geistigen Väter des Faschismus in Reclam: Bertrand Russell: Philosophische und politische Aufsätze S.115 ff)

Die USA hat mittlerweile die Schulpflicht der Versammlungsfreiheit, den Menschenrechten und der Religionsfreiheit geopfert. Deutschland klammert sich daran und die Begründungen werden von Tag zu Tag gefährlicher.

Ich habe diesen Artikel so geschrieben, weil ich in der letzten Zeit von mehreren Gruppen ausgeschlossen und gebrandmarkt wurde. Diese Gruppen hatten meine Schulverweigerung als einzigen Punkt für den Ausschluss (und heftige Beschimpfungen). Es liefen organisierte Hetzkampagnen gegen eine Gruppe von Schulverweigerern über mehrere Monate. Die Artikel, die ich im Zusammenhang mit den Romeikes gefunden habe, die Kommentare auf diese Artikeln sind nur die Spitze des deutschen Eisberges.

Hier ein Artikelreader – bitte auch die Kommentare lesen.

Hier noch ein „aufgeklärter“ Blog der auch zeigt, wie tief das Unverständnis in Deutschland schon schneidet – die hoffen, dass die Familie wieder ausgewiesen wird, damit die USA und Deutschland doch ihre Kuschelbeziehungen weiterführen können (individuelle Schicksale stehen hinten an – wir wissen ja welche Ideologie das ist)

Wogegen ich mich auch damit aussprechen will ist „Die Bayerische Verfassung will mit der allgemeinen Schulpflicht alle Kinder und Jugendlichen gleichermaßen und umfassend in die Gesellschaft eingliedern. Dies ist eine der großen emanzipatorischen und demokratischen Entwicklungen des 19. Jahrhunderts.“(Erwin Huber) – also ein umfassendes eingliedern ohne Respekt auf Traditionen andere Kulturen, deren Sprache (Muttersprache) usw. und ähnliche Schönrednereien.

Zitate und Zitieren – ein Beispiel

Nachdem ich mir hier Gedanken über Zitate und Zitieren gemacht habe, möchte ich nun ein Beispiel angeben.

Als Beispiel zitiere und interpretiere ich Rousseaus Satz:

„Gemeinsam stehen wir alle, jeder von uns seine Person und seine ganze Kraft unter die oberste Richtschnur des Gemeinwillens; und wir nehmen, als Körper, jedes Glied als untrennbaren Teil des Ganzen auf“ (GV 1.6,8)

Damit belege ich jetzt mal die fiktive Meinung, dass jeder Mensch sich unter das Gemeinwohl unterordnen muss und seine eigenen Fähigkeiten und Interessen nachrangig gegenüber diesem Gemeinwohl sind. Das Gemeinwohl wird durch eine beliebige gesellschaftliche Kaste (z.B. gewählte Politiker) als oberste Richtschnur gesetzt (als Gesetz).

Jeder Unbedarfte müsste mir bei dieser provokanten Argumentation gefolgt sein, und müsste nun auch der Meinung sein, dass dieses Rousseaus Gedanken waren. Ich habe korrekt zitiert und habe mich bei der Interpretation auch nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt.

Als nächstes würde ich noch Hobbes zitieren:

    „Der alleinige Weg zur Errichtung einer solchen allgemeinen Gewalt, die in der Lage ist, die Menschen vor dem Angriff Fremder und vor gegenseitigen Übergriffen zu schützen und ihnen dadurch eine solche Sicherheit zu verschaffen, dass sie sich durch eigenen Fleiß und von den Früchten der Erde ernähren und zufrieden leben können, liegt in der Übertragung ihrer gesamten Macht und Stärke auf einen Menschen oder eine Versammlung von Menschen, die ihre Einzelwillen durch Stimmenmehrheit auf einen Willen reduzieren können. Das heißt soviel wie einen Menschen oder einen Versammlung von Menschen bestimmten, die deren Person verkörpern sollen, und bedeutet, dass jedermann alles als eigen anerkennt, was derjenige, der auf diese Weise seine Person verkörpert, in Dingen des allgemeinen Friedens und der allgemeinen Sicherheit tun oder veranlassen wird, und sich selbst als Autor alles dessen bekennt und dabei den eigenen Willen und das eigene Urteil seinem Willen und Urteil unterwirft. Dies geschieht durch die Einheit aller mit allen.“ (Thomas Hobbes, Leviathan, Kapitel 17)

Damit wird also der Allgemeinwille durch das Urteil einer Gruppe von Personen (z.B. Parlament) ausgeübt, deren Urteil sich jeder unterwirft. Und nicht nur das, sondern wir unterwerfen auch unseren Willen und unser Urteil (wir bilden also kein eigenes mehr) dem Gemeinwillen, der durch diese Person(oder Gruppe) verkörpert wird.

Die obige Argumentation ist ungefähr das, was aktuell unter Demokratie verstanden wird. Und es kann auch schön und korrekt zitiert werden. Sobald man nachlesen will, findet man auch diese Sätze an den besagten Stellen. Das Problem ist nur, dass Hobbes (zeitlich lange) vor Rousseau geschrieben hat und Rousseau genau das Gegenteil gemeint hat, von dem was ich ihm in die Schuhe geschoben habe.

Jemand der den geschichtlichen Zusammenhang und die Werke nicht kennt, ist meiner Argumentation hilflos ausgeliefert. Insbesondere wenn es zur Indoktrination benützt wird können Szenarien erstellt werden (z.B. auszugsweise Kopien, schnelles weitergehen im Stoff (z.B. Unterricht)), in denen ich dieser Meinung hilflos folgen muss.

Hier will ich aber noch ein Beispiel aus John Rawls, Geschichte der politischen Philosophie benützen, um zu demonstrieren, wie ein Zitat „gefahrlos“ verwendet werden kann (obwohl ich mir natürlich nicht sicher sein kann, bevor ich das ganze Werk und seine Entstehungsgeschichte kenne):

„Dieses ist die erste Stelle im Gesellschaftsvertrag, an der das Wort „Gemeinwille“ (volonté générale) vorkommt. Es ist unverzichtbar, daß wir uns über die Bedeutung dieses Wortes und die Zusammenhänge mit den übrigen Grundideen Rousseaus Klarheit verschaffen. Daher werde ich mich gleich dieser Idee zuwenden. …“ (Kapitel Rousseau)

Gute Belege findet man auch bei Vygotskij „Denken und Sprechen“.

Was denkt das Internet über Unschooling und Homeschooling?

Beim Bildungswirt habe ich eine Suchmaschine gefunden, die verspricht zu analysieren, was das Internet über einen bestimmten Begriff denkt – wieviel positiv und wieviel Prozent negativ ist.

Er hat das für Schule probiert:

Was das Internet über Schule denkt

Und als nächstes für Bildung:

Was-denkt-das-Internet-über-Bildung-

Ich habe es jetzt mal für Homeschooling ausprobiert:

84% Positiv / 15,3% Negativ

Und jetzt für Unschooling:

97,8% Positiv / 0,6% Negativ (1 Result)

Das bedeutet Homeschooling, sowie auch Unschooling haben nicht nur den Begriff „Schule“, sondern sogar auch den Begriff „Bildung“ in der Wahrnehmung der Menschen überholt.

Unten wird dann immer eine Twitter-Nachricht gebracht, die gerade über den Begriff getwittert wurde. Und ich kann sagen, Unschooling wurde auch dort als „powerfull movement“ bezeichnet.

Eine „Suchmaschine“, der ich nur zustimmen kann :)

(Wobei sie eher eine Meta-Suchmaschine ist, da sie die Informationen schon interpretiert)

Zitate und zitieren – die neue Dummheit

Schaut man sich im Fernsehen Dinge wie Spaceballs oder Die Simpsons an, so findet man zahlreiche Anspielungen auf andere Filme, Literatur und gesellschaftliche oder soziale Missstände. Der Literaturkenner versteht die Anspielungen auf die Literatur, der Filmkenner die Anspielungen auf andere Filme und der Gesellschaftskritiker die Anspielungen auf die gesellschaftlichen Missstände. Der Durchschnitssnormalo erkennt von allen Anspielungen ein bisschen und jeder freut sich, sobald er eine Anspielung erkannt hat.

Damit einher geht auch das gute Gefühl, etwas über die Welt zu wissen und ein Stolz über die eigene Cleverness subtile Andeutungen zu erkennen.

Es gab einmal eine Zeit, da war das auch unter Intellektuellen so. Sie schrieben ein Buch und bezogen sich in Andeutungen oder direkten Angriffen auf Thesen älterer, zeitgenössischer oder schon verstorbener Kollegen. Die Adressaten nickten und freuten sich auch über ihre Bildung und ihre Cleverness und diskutierten die Werke in Salons (die Pariser Bussi-Gesellschaft) oder in Jesuiten-Orden.

Kein Filmemacher würde jemals darauf kommen, unter jede Szene mit einer Anspielung auch das Bezugsobjekt im Untertitel zu nennen. Der Zuschauer würde das nicht nur lächerlich finden, sondern sogar als beleidigend.

Würde z.B. bei Spaceballs in jeder Szene, in der Lord Helmchen auftritt eingeblendet werden, dass es sich hier um eine Anspielung auf Darth Vader handelt, so würde man sich schnell für dumm verkauft vorkommen.

In heutigen wissenschaftlichen Texten ist diese Praxis Gang und Gebe. Dies ist zum Teil auch verständlich, da die Fachgebiete und das Wissen darin immens ist und man darauf angewiesen ist, da man vor lauter Drittmittelanträgen gar keine Zeit hat sich einen regelmäßigen Überblick zu verschaffen. Und trotz Internet und neuesten Kommunikationsmöglichkeiten sehen sich die meisten Wissenschaftler auch außerstande einen Methodenstreit anzuzetteln und sich schnell auszutauschen. Das hängt aber auch mit Konkurrenz und Copyright, sowie kiloweise juristischer Bestimmungen, wann etwas als Erstveröffentlicht gilt zusammen.

Über die Schulen und den allumfassenden Anspruch eines Jeden jetzt auf einmal „wissenschaftlich“ zu sein, verbreitet sich dieses Armutszeugnis einer halbgebildeten Gesellschaft selbst in die letzte Ecke des Lebens. Zitate sammeln wird zu einem neuen Volkssport und jeder schreibt, wie früher auch, seine Meinung hin und sucht sich danach ein paar Zitate. In Anleitungen über das Verfassen einer Doktorarbeit wird ernsthaft das Anlegen eines Karteikastens von Zitaten mit Fundort empfohlen. Damit hat der Wissensbeamte fast seine Reinform erreicht. Als nächstes kommen noch die Formular-Vordrucke für wissenschaftliche Arbeiten.

Zitieren gibt den Eindruck von Schlauheit. Das man die Zitate meist komplett aus dem Zusammenhang reißt und auch sonst mehr zur Verdunkelung unserer Gesellschaft beiträgt stört keinen mehr.

Nur einer Sache kann man sich in unserer verschulten Gesellschaft heute sicher sein: Wenn ich schon das Original nicht gelesen habe, dann hat es wenigstens niemand anders auch. Das ist Chancengleichheit in Reinform!

Wir werfen uns einfach Phrasen an den Kopf, aus Büchern, die wir allerhöchstens ausschnittsweise gelesen haben. Und anstatt einen expliziten Verweis auf dasjenige Buch als Beleidigung unserer Bildung aufzufassen, deuten wir es als Zeichen der „Wissenschaftlichkeit“.

Und so gibt es für die Elite der Unbildung sogar ein Buch: „Die verblödete Republik“ – Dort werden die Zitate fortlaufend durchnummeriert. Damit auch jeder, der nur auf 3.-Klass-Niveau lesen kann endlich auch mal einen „wissenschaftlichen“(TM) Text gelesen hat, der aus ca. 700 Zitaten ein wildes Potpourri zusammenwürfelt. Verstehen der Zusammenhänge und skizzieren von Lösungen ist unmöglich.

Willkommen im neuen Mittelalter. Die Epoche der formalen Wissenschaftlichkeit. Danke an alle Schulvertreter, dass sie die Buchgesellschaft so schnell wie möglich abgewickelt haben; denn wo kämen wir dahin, wenn wir nicht alles vorgekaut bekämen. Gute Bildung ist schon eine Augen-Weide.

(so jetzt habe ich auch mal drauf gehauen :) )

Aktuelle Lesereien mit Chopper

Seit ein paar Tagen haben wir eine ziemlich direkte Leseübung. Wir machen keine Einzelwort/Buchstaben-Spiele mehr, oder so… anscheinend juckt das Chopper nicht so viel. Wenn er schon die Anstrengung des Lesens auf sich nimmt, dann will er auch etwas richtiges lesen – etwas echtes.

Also ist unsere Leseübung folgende: Sobald ich etwas vorlese, zeige ich auf die Wörter, die er lesen kann und die liest er dann. Ich lese den Rest.

Das geht mit allen Büchern bis hin zu Comics (LTB) in denen die Schrift wirklich klein ist.

So kann ich flexibel darauf eingehen, wie viel Energie er hat, wie er sich gerade konzentriert, wie motiviert er ist. Ich kann auf mehr oder weniger Wörter zeigen, auf längere oder kürzere. Oder manchmal auch nur auf Strukturwörter (das sind die 100 Wörter, die 50% jedes Textes ausmachen: „und“, „ist“, „nicht“, „ein“,…)

Ich habe ihm dann noch nach der Gutenachtgeschichte erklärt, dass er besonders diese Strukturwörter sehr schnell einfach nur noch erkennen wird – also nicht mehr wirklich „lesen“ in seinem Sinne. Und mit mehr Übung werden die anderen Worte nachziehen, er wird sie dann ebenso schnell erkennen, wie die Strukturwörter.

Kurz bevor er einschlief sagte er dann: „Danke, dass Du mir alles erklärst“

John Locke – Second Treatise

Heutzutage wendet sich die ganze Welt (anscheinend) gegen Liberalismus. Im Rahmen des Gemeinwohls scheint der Kapitalismus zurückgedrängt zu werden, wobei in Wirklichkeit eine Umverteilung nach oben – nämlich zu den Versorgern hin stattfindet. Noch mehr Klüngel, Korruption und weniger für alle ist die Folge.

Was Liberalismus bedeutet, das weiß keiner mehr – deswegen will ich hier John Locke zitieren, vielleicht besinnen sich manche darauf zurück und sehen in neuen Formen (z.B. BGE) eine liberale Alternative.

§42″ … so gibt die Barmherzigkeit jedem Menschen, der sonst keine Mittel für seinen Lebensunterhalt hat, einen Anspruch auf den Teil vom Überfluß des anderen, der notwendig ist, ihn vor äußerster Not zu bewahren. Und wenn ein Mensch dem anderen die Hilfe vorenthält[...] und ihn zwingt, sein Lehnsmann zu werden, so macht er von der Bedrängnis des anderen keinen gerechteren Gebrauch als der Starke, der den Schwachen unterdrückt, ihn zur Unterwürfigkeit zwingt und ihm mit dem Messer an der Kehle Tod oder Knechtschaft anbietet“

Grenzen – Überall

Zur Zeit stoße ich überall an Grenzen. Egal was ich denke, sobald ich etwas dazu recherchiere, entdecke ich, dass alles schon mal gedacht wurde.

Dinge, die ich jahrelang für einzigartig in meinem Denken fand und einen Weg suchte sie mitzuteilen, immer hat es schon jemand gesagt. Marx, Rousseau, Locke, ja sogar Macchiavelli spricht sich für eine „Erziehung zur Freiheit“ aus (16 Jhd!).

Doch die Umsetzung! An der Umsetzung hat es immer gefehlt. Es scheint sogar, dass die Ideen verkehrt wurden, abgefälscht und adaptiert. So sagte Marx, dass die Ideologien uns mit Bildern von der Welt versorgen, die falsch sind und die uns den Weg zur Wahrheit und damit zur Befreiung von den Institutionen verstellen. (Ähnliches sagt ja sogar schon der Jahrtausende Alte Buddhismus).

Und wenn man sich ansieht, was heute daraus gemacht wird, so wird jede neue Idee gleich als Ideologie bezeichnet. Homeschooling sei Ideologisch. Dabei ist es die Institution, die damals den Ideologiestempel bekam – nämlich die Schule.

Die Art wie die Medien kontrolliert werden und sich die öffentliche Meinung aus dem Filter von einigen Menschen formt, wird in der Wissenschaft als Power Structure Analysis bezeichnet. Die Art, wie die Information mit der Interpretation angereichert wurde (immer von den Mächtigen) wurde schon längst klar dargestellt und die Schule als zentrales Element identifiziert.

Das was Politiker uns den ganzen Tag vorlügen und die Methoden die sie benützen ist schon vor dem 2.ten Weltkrieg untersucht worden und in den USA gab es ein extra Institut (Institute for Propaganda Analysis). Diese Institut stieß auf Interesse von Lehrenden und Bürgern und wurde auf Drängen der Werbeindustrie und der Politik wieder *abgeschafft*. Aldous Huxley beschreibt dies sogar in seinem Buch „Brave New World Revisited“.

Es ist hart zu erkennen, dass alles, was man so denkt eigentlich banal ist und schon Jahrhunderte, ja sogar schon Jahrtausende, existiert und gut formuliert wurde; Gedacht wurde und immer wieder versucht wurde umzusetzen. Und dass es Kräfte gibt, die den Start ins Leben kontrollieren, und all dieses verschweigen. Ja sogar, dass dieses Verschweigen eine Propaganda Methode ist, die sogar schon einen wissenschaftlich anerkannten Namen hat-  nämlich Card Stacking.

Würden wir mit der Suche nach der Wahrheit, mit dem Echten, den großen Denkern schon am Anfang unseres Lebens konfrontiert, dann hätten wir die Chance ein eigenes Leben zu leben. Eigene Ideen zu entwickeln, die auf dem aufbauen, das schon existiert. Wo wäre die Menschheit jetzt?

Anstelle dessen werden wir belogen, durch Propaganda und Werbung, Shopping und Schule trivialisiert und unsere Existenz banalisiert. Wir werden zu dem umgeformt, was Da Vinci „Latrinenfüller“ nannte. Sobald wir etwas mehr Freiheit wollen, als der industrielle Produktionsprozeß (sei es Schule oder Fabrik) zulässt, dann werden wir beschimpft: Als Idealisten, Spalter, Parallelgesellschaft (ein Euphemismus für Staat im Staat), Unsozial, Individualzombies.

Vor meinen Augen stellt sich eine Welt dar, die durch Sachzwänge (wie Miete und Essen) versklavt wurde und in der wir keinerlei Mitsprachrecht haben. (Unser „Wahlsystem“ wird schon von Plato kritisiert, dass es Demagogen hervorbringt). In der alle unsere Begriffe und unsere ganze Sprache durch eine Einheitsbildung mit Ideologien verschattet und verstümmelt wurde. Dass diese Einheitsbildung und ihre psychologischen Mechanismen mittlerweile so gut untersucht sind, dass man die Werbung und die Propaganda genau darauf abstimmen kann. Und uns wie kleine Schachfiguren gegeneinander aufhetzen kann (gegen Juden, Bänker, Türken, Muslime, Eltern, Raucher, …) und wir wie die Ameisen unter der Dominanz eines implantierten Codes gegeneinander kämpfen.

Währenddessen wird unser Leben weiter banalisiert, unsere Umwelt immer industrieller und feindlicher. Die Ideologien, die unsere Sicht verstellen werden immer größer und die Mittel der Selbstbestimmung, nämlich Zeit, Bildung, Gesundheit, Grund und Produktionsgüter werden nach oben gesogen – alles unter dem Namen der „Wohlfahrt“.

Und da das jedem mittlerweile bewusst ist, ist unsere einzige Bestrebung, wie wir uns noch Norm-Konformer, noch vergleichbarer, noch ersetzbarer verhalten können. Wie wir unsere Köpfe noch mehr dem industriellen Paradigma unterwerfen können, bis wir keine eigene Seele mehr besitzen und nur noch aus Konsum, Fremd-Beschäftigung und Reproduktion bestehen.

Doch sobald ein Mensch stirbt, den wir näher kennen, erkennen wir für einen schrecklichen Augenblick, die Wahrheit, die sich hinter all den Oberflächlichkeiten verbirgt: Kein Mensch ist Ersetzbar – jeder Mensch ist Einzigartig.

Und das müssen wir erkennen. Bevor es für uns zu spät ist und wir unser Leben so banal gelebt haben, wie es das aktuelle Paradigma von uns verlangt.

Wir brauchen einen Paradigmenwechsel, hin zu einem radikalen Humanismus, eine Welt in der ein Mensch etwas wert ist – egal was er leistet oder nicht.

Und ein Pfui für die Leistungsgesellschaft, die nichts anderes ist als eine subtilere Version des kalten Krieges – in der jedes Land mit jedem anderen Land in Konkurrenz steht. Nicht mehr in Waffen, sondern in Statistiken.

Ich habe die letzten Jahre gesucht und geforscht und stoße nun an die echten Grenzen. Ich weiß jetzt warum Bildung nicht frei ist, und warum es sehr viele Kräfte gibt, die Bildung gar nicht frei haben wollen. Doch hinter dem ganzen Kampf um Freiheit und freie Bildung geriet eines aus dem Blickfeld: Was ist freie Bildung?

Und dieser Frage will ich mich ab jetzt zuwenden.

Denn, wenn ich jetzt die Grenzen erreicht habe, und das total frustrierend ist, so bieten Grenzen auch eine einzigartige Chance: Man kann erkennen was dahinter ist und versuchen über sie hinauszugehen.

Grundbedürfnisse – Familie und Vereinbarkeit

Die Buchstaben des Alphabets fangen an mit A B und C – im griechischen Alpha, Beta und Gamma.

Dabei ähnelt Alpha einem Stier mit Hörnern (auch das heutige A, wenn man es auf den Kopf stellt) und Beta der Mutterbrust, die einen ernährt. Gamma (als 2 Ringe dargestellt) ist das Symbol für Ehe (wie in gamie), Verbindung usw.

Diese 3 ersten Buchstaben – und die Dinge die sie repräsentierten – waren so elementar, dass sie das heutige Alphabet einläuteten und sich über Jahrtausende gehalten haben. Die Bedeutung der Buchstaben ging verloren und es wurden reine Symbole.

Heute bedeutet Familie nur noch Abhängig-Beschäftigte-Arbeitskraft-1, Abhängig-Beschäftigte-Arbeitskraft-2, und zukünftig abhängig-beschäftigt-arbeitskraft1…n (wahlweise Rentenanspruch oder Staatsschuldenbezahler). Deprimierend.

Damit das ganze als „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ durchgeht, ist es wichtig in Symbolen und nicht in Bedeutungen zu denken. Denn dann wären das Wort Vereinbarkeit -also die Vereinigungsmenge- eine Lüge. Das Wort Familie -also eine kleine zusammenlebende Hausgemeinschaft- wäre auch eine Lüge. Und das Wort Beruf im krassen Kontrast zur Lohnarbeit ist auch eine Lüge.

Wenn wir nun auch noch die Schule und die griechische scholé vergleichen, dann ist bald klar, dass wir hier kräftig von allen Medien von hinten bis vorne angelogen werden.

Ist es verantwortungsvoll unsere Kinder mit so vielen Lügen groß werden zu lassen? Oder dürfen wir ihnen die Wahrheit sagen? Machen wir uns damit aber nicht strafbar? Immerhin ist es unsere gesetzliche Pflicht, mit der Schule zu kollaborieren… Hier prallen Gewissensfreiheit, Redefreiheit und Gesetz aneinander. Wenn wir nicht mitlügen, dann kann der Übermensch Leviathan sehr schnell ungemütlich werden.