Eine Perle der Lehrplanentstehung

Die meisten Eltern denken ja immer noch, dass die Schule nur den nötigsten Stoff vermittelt (z.B. Differenzieren und Integrale und weitere MINT-Blödeleien).

Aber hier sieht man, dass doch auch die Humanwissenschaften Eingang finden:

Julis Oberbayern: Organspende in Lehrplan

Aber auch die langen Sommerferien langweilen mittlerweile (die Schule fängt ja bald mit 3 Jahren an und ist auch bald eine flächendeckende Ganztagsschule – hier lässt sich also nicht mehr viel Zeit gewinnen):

Julis Oberbayern: Der Notenschluss wird in die letzte Schulwoche, die Zeugnisausgabe somit in die Sommerferien verlegt.

So und jetzt noch ein paar Zeilen für den Tag:

Zum Beispiel konnte Entwisle, Alexander und Olson (1997) feststellen, dass Schüler mit niedrigem SÖS (SozioÖkonomischerStatus) und Schüler mit hohem während der Schulzeit vergleichbare Lernfortschritte in Lesen und Mathematik machten aber in den langen Sommerferien fielen die Schüler mit niedrigem SÖS zurück, während die Schüler mit mittlerem bis hohem SÖS weiter Fortschritte machten.[und jetzt können wir raten, was die Schulmönche nach dem Ausbau der Ganztagesschule machen werden - die Kinder werden sowieso nicht mehr für die Ernte gebraucht]

Dann kommt noch eine Studie in der gesagt wird, dass alle (egal welcher SÖS) Fortschritte machen können, wenn die Eltern eine anspruchsvolle Umgebung bereitstellen, pädagogisch wertvolles Spielzeug haben und mit ihren Kindern in die Bibliothek gehen. Dann können aus allen Kindern bessere und begeisterte Leser werden.(Morrow 1983; Pong und Lee 1992; Shields, Gordon & Dupree 1983)

Ach ne, tja jetzt haben die Unschooler es schriftlich, sie verhalten sich so, wie es die Wissenschaft empfiehlt – wer leitet es an den Kulmini weiter, dass er seine Arbeit nicht macht.

(Das ganze ist hier nachzulesen Anita Woolfolk; Pädagogische Psychologie 10 Auflage)

MINT – Der Bildungsmonitor – Arbeitsplätze und Parteispenden

Geld allein macht nicht schlau- tönt es in der FTD bezogen auf die Ergebnisse des Bildungsmonitors.

So weit stimme ich zu, denn eigentlich macht Lesen und Gespräche – eigentlich alle sozialen Interaktionen.

Interessant ist aber, dass dieser Monitor vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) herausgegeben wurde und in der Zusammenfassung der Ziele heißt es:

Der Monitor bewertet anhand von über 100 Kriterien, wie gut die Bildungssysteme zu wirtschaftlichem Wachstum beitragen.

Das ist also die neue Form wie Schlauheit gemessen wird.

Gehen wir ein bisschen näher ins Detail sehen wir, dass es eigentlich nur ganz bestimmte Fächer sind, die die Schlauheit heutzutage ausmachen – die sogenannten MINT-Fächer:

Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik

Früher machten die Kunst zu Denken (Geometrie, mathematische Beweisstrukturen, Logik) und die Philosophie Bildung aus.

Doch der MINT-Monitor wird noch präziser in welcher Form er neue Generationen bilden will – und „Schlauheit“ gemessen wird:

Der [Gewinner]Freistaat ist bundesweit spitze bei der Ingenieurausbildung; jeder vierte Student ist in einem technischen Fach eingeschrieben

Hier gelingt, woran andere Schulen scheitern: junge Leute für Zahlen zu begeistern.

Bedrückend finde ich hier, wie offen man schon darüber spricht, dass in Schulen eine Manipulation hin zu Hilfsfächern betrieben wird. Niemand schreit auf.

Schauen wir uns im nächsten Schritt die Spenden der Parteien an, die aktuell über die Bildungspolitik bestimmen:

CDU (Quelle Wikipedia):

  1. 2.244.096 € Deutsche Bank AG
  2. 1.639.034 € Südwestmetall
  3. 1.461.652 € Daimler Chrysler AG
  4. 1.452.678 € Altana AG
  5. 1.036.816 € Verband der Chemischen Industrie e. V.
  6. 740.000 € Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie
  7. 665.031 € BMW AG
  8. 663.957 € Allianz AG
  9. 625.516 € Verband der Metall- und Elektroindustrie Nordrhein-Westfalen e. V.
  10. 456.150 € Deutsche Vermögensberatung AG DVAG

SPD:

  1. 1.371.143 € Daimler Chrysler AG
  2. 657.522 € BMW AG
  3. 638.393 € Allianz SE
  4. 365.820 € Porsche AG
  5. 302.115 € Verband der Chemischen Industrie e. V.
  6. 300.000 € Deutsche Bank AG
  7. 300.000 € E.ON AG
  8. 281.211 € B.TV Television GmbH & Co. KG
  9. 277.258 € Südwestmetall
  10. 250.000 € Commerzbank AG

Natürlich dient das Staats-Schulsystem dem Kindeswohl. Die Kinder sollen ja als Erwachsene Arbeitsplätze bekommen – und nicht auf HarzIV angewiesen sein.

Auch diese Argumentation nehmen wir heute alle ohne zu murren hin. Wir fragen gar nicht mehr nach, ob Kindeswohl und Erwachsenenwohl nicht zwei verschiedene Dinge sind. Ob es nicht eher eine Not ist einen Arbeitsplatz bekommen zu müssen, anstatt sich selbst verwirklichen zu können.

Die Kinder werden sogar missbraucht für einen internationalen Wettbewerb (unter Erwachsenen), wer am meisten MINT produzieren kann – das steht sogar ganz unverhohlen auf der Seite des BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung):

Der Wettbewerb um die besten Zukunftschancen ist im Kern ein internationaler Wettbewerb um die Qualität von Bildungssystemen geworden. Eine Bildungsreform in Deutschland verlangt daher eine nationale Kraftanstrengung aller Beteiligten und eine breite gesellschaftliche Debatte über ideologische Grenzen hinweg.

Besonders interessant finde ich die Stelle: „über ideologische Grenzen hinweg“ – Andersdenkende müssen sich also der nationalen Kraftanstrengung unterordnen.

Das BMBF schreckt nicht einmal vor Kindergärten zurück:

Das „Haus der kleinen Forscher“ begeistert Kinder für Themen aus Naturwissenschaften und Technik. Viele Kindergärten und Kindertagesstätten beziehen diese Themen bereits in ihren Alltag ein und erweitern mit Engagement und Begeisterung den Wissenshorizont der Mädchen und Jungen. Für die frühkindliche Bildung leistet das „Haus der kleinen Forscher“ einen herausragenden Beitrag. Damit es weiter wachsen kann, unterstützt das BMBF den bundesweiten Ausbau der Initiative.

Es ist klar, dass kleine Kinder gerne ihre Umwelt erforschen und die Dinge verstehen wollen, die sie sehen. Sie deswegen einzusperren, von der natürlichen Umwelt zu isolieren und eine nationale Kraftanstrengung daraus zu machen, dass sie auch ja immer weiter forschen, ist aber klar ein Bruch des Rechts auf freie Selbstentfaltung.

Wer den Erfolg seines Schulsystems an MINT-Fächern misst, der muss sich die Frage gefallen lassen, ob er überhaupt an Bildung interessiert ist, oder ob es eine Ausbildung sein soll.

Arbeitsplätze – und das sage ich mit aller Entschiedenheit – sind für mich die allerletzte Wahl für einen Lebensweg. Und schon gar nicht das Ziel einer Bildung. Mit Bildung kann ich Ideen und Visionen aus dem aktuellen Zeitgeist, der Geschichte und den aktuellen Bedürfnissen der Menschheit entwickeln – diese kann ich dann mit Bildung umsetzen und konkrete Errungenschaften daraus machen. Dagegen wirkt ein Lebensentwurf schon sehr blass, der sich um einen Arbeitsplatz sorgt und dann dort in einer internen Fantasie-Hierarchie immer weiter aufsteigt, bis er dann irgendwann auch mal was sagen darf.

Die Gewerkschaften haben den Arbeitnehmer an dieser Stelle schon längst verkauft. Er hat keinerlei Mitbestimmung über das Produkt oder über die Methoden. Alles, was eine erfüllte Arbeit ausmacht wird von oben entschieden – man kämpft aber dennoch weiter um ein paar Prozentpünktchen beim Lohn.

Schauen wir noch zuletzt auf die Geschichte des Lehrplans – der allen Kindern und ihren Lehrern erzählt, was so zum Kindeswohl gehört:

Während die Einführung der Schulpflicht im 17. und 18. Jahrhundert in erster Linie auf die Disziplinierung der Untertanen zielte, versuchten Neuhumanisten wie Wilhelm von Humboldt im 19. Jahrhundert mit ihren Schulreformen die für die Emanzipation im Sinne Kants benötigte Allgemeinbildung breiter Schichten zu ermöglichen – und scheiterten.

Jaja, die Disziplinierung und Verminzung von Untertanen und Fabrikarbeitern (oder heute Bürodrohnen). Was erfahren wir also über die Leute, die sich aus der staatlichen Zensurdidaktik verabschiedet haben:

In Deutschland besteht eine allgemeine Schulpflicht, die die Pflicht der Eltern umfasst, ihr Kind zum Schulbesuch anzumelden. Die Schulpflicht leitet sich aus dem in der Verfassung verankerten staatlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag ab (Art. 7 Abs. 1 GG). Dieser legitimiert sich durch das Gebot von Demokratie und Pluralismus, das in den Schulgesetzen der Länder den Verfassungsauftrag widerspiegelt. Homeschooling, das die Entstehung von Parallelgesellschaften befördert, indem es Kindern die Teilnahme an einer demokratischen Klassen- und Schulgemeinschaft verbietet, ist daher in Deutschland nicht erlaubt.

Ja liebes BMBF und so etwas findet man bei Euch in der Stellungnahme zum UN-Sonderberichterstatter (der das Verbot von Homeschooling kritisiert hatte).

Und damit die Kinder so wenig wie möglich in diese Parallelgesellschaften abdriften und sich nicht der nationalen Kraftanstrengung unterzuordnen ist das BMBF schon weiter am basteln:

Ganztagsschulen für eine bessere Bildung

Ganztagsschulen bieten durch ihr Mehr an Zeit bessere Voraussetzungen für eine individuelle Förderung, die auf die unterschiedlichen Stärken, Interessen und Voraussetzungen des einzelnen Kindes eingeht. Ganztagsschulen können Unterricht und außerschulische Bildungs- und Freizeitangebote verzahnen.

Ganztagsschulen als Unterstützung für Familien

Immer mehr Eltern möchten Familie und Beruf vereinbaren. Sie wünschen sich qualitativ hochwertige und flexible ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote. Ein bedarfsgerechtes Angebot an Ganztagsschulen entspricht damit besser den heutigen Bedürfnissen an eine moderne Infrastruktur im Bildungsbereich.

Ach und damit es keinen Zweifel an der Kooperationsbereitschaft unserer Politiker gibt, wurde auch noch die Kindergartenpflicht aufgenommen. Erst ein Jahr, und dann… man wird sehen.

Die Häuser für die kleinen Forscher warten schon – solange sie nicht raus wollen, dürfen sie auch alles erforschen, was da ist.

Also, liebe Lehrer, bitte überlegt es euch zweimal bevor ihr ein Kind für ein MINT-Fach begeistert. Es hat keine Wahl und muss euch zuhören. Egal, für was es sich wirklich interessiert. Im schlimmsten Fall finden sie gefallen am MINT-Fach und brechen dann irgendwann in der Arbeit zusammen, weil es doch nur eine Motivation von außen war.

Und wenn sie es wirklich von sich aus wollen- dann unterstützt sie mit Leibeskräften.

(Und was läßt die gut-situierte Familie ihre Kinder studieren: Philosophie in Cambridge, Geschichte/Politik in Oxford oder Jura in Cambridge – schließlich brauchen die ganzen Pfefferminzstreifen auch Chefs)

Wie lange gibt es das Jugendamt noch

Was zur Zeit in Deutschland passiert ist unglaublich. Überall entstehen Blogs, Facebook-Gruppen und Videos auf Youtube die alle eine Institution kritisieren: Das Jugendamt. Es scheint ein unkontrollierter Wildwuchs an Kindesentziehungen zu geben. Familienauflösungen und Inobhutnahmen. Man liest Erschreckendes und kann es oft nicht glauben, dass so etwas hier geschehen kann. Der Staat hat eine bestimmte Erziehungsvorstellung und diese drückt er nun mit aller Gewalt durch.

Gesetze werden geändert und immer mehr Macht ohne richterliche Kontrolle den Jugendämtern übergeben. Hätte man früher noch das Jugendamt gerufen, wenn eine Familie Hilfe brauchte, so kommt allen Berichten nach heute die größte Gefahr eben von dieser Institution.

Solche Sachen kann man allerorts lesen:

Erstens bin ich selber vom Kinderklau betroffen und soll zusehen, wie jetzt meine Tochter, die bei mir gewaltfrei erzogen wird und einen partnerschaftlichen/demokr

atischen Umgang von mir gewöhnt ist, in einer Einrichtung misshandelt, vernachlässigt und erniedrigt wird. Ich soll mir mit annschauen wie ihr der Wille gebrochen werden soll, keiner beachtet sie und sie redet sich den Mund „fusselig“ und schreibt sich die Finger „wund“, weil sie nach Hause will. Ausbruchsversuchen von ihr begegnen die mit harten „Sanktionen“, die nicht nur in der Seele weh tun. Ansonsten kenne ich keinen einzigen Menschen der positive Erfahrungen mit dieser Behörde gemacht hat. DESHALB – JUGENDÄMTER NEIN DANKE!
Violet von der Lieth wurde am 17.12.2007
vom Landkreisjugendamt Stade „entführt“
nach dem sich ihre Eltern hilfesuchend
an dieses gewand haben.
Ihnen wurde das Aufenthaltsbestimmungsrecht
und später auch das Sorgerecht entzogen,
obwohl diverse Stellen wie der Kinderarzt Dr. Leisterer ,
der Hausarzt Dr. Gründahl,
der Kinderzahnarzt Dr. Hassenstein,
die Kinderpsychologin Frau Horn Stehmann,
die Logopädin Frau Schäfer,
der Sprachheilkindergarten Börne ,
die Sprachheilbeauftragte des Landes Niedersachsen Frau Kuhnt
und Mütter und Väter,
die Herrn Ralf von der Lieth zum Elternratsvorsitzenden gewählt haben,
nur gutes aussagen könnten.
Diese wurden aber von den Gerichten weder gehört,
noch deren Aussagen,
bzw. schriftlichen Bekundungen berücksichtigt.
Im Gegenteil, auch diese Leute müssen sich,
auf Grund dessen daß sie sich zu Wort meldeten,
Drohungen vom Landkreisjugendamt gefallen lassen.
Violets Eltern, Großeltern, Verwandte und Freunde
haben Violet seit dem 1. Mai 2008
nicht mehr gesehen oder gehört !!!
Dann gibt es noch Artikel, wie diese hier und Berichte von ehemaligen Familienrichterinnen, die mein Vertrauen in die aktuelle Politik massiv erschüttern – auch das CEED.
Ich habe nicht alle Artikel und Geschichten nachgeprüft. Auf welcher Faktenbasis auch? Kaum eine Familie hat ein Fernsehteam und einen Notar zur Hand, wenn ihnen das Kind genommen wird (oder es aus dem Kindergarten verschwindet). Es ist einfach die schiere Masse an Hilferufen. All die führen doch solche Blogs, Websites, Social Networks nicht zum Spaß. Auch wenn sie nur die Hälfte erzählen und sich gut darstellen, wieso ist hier Kindesentzug ein so oft gewähltes Mittel? Kindesentzug ist die Todesstrafe für liebende Eltern.
Ich hoffe es kommt bald zu einem Ende des staatlichen Gotteswahn, vermischt mit einem Jesus-Komplex und einem Schuss missionarischer Eine-Erziehung-Für-Alle. Die Mitarbeiter des Jugendamtes sollten endlich Protest einlegen. Sie dürfen sich nicht missbrauchen lassen für einen Massen-Kindes-Entzug. Sie müssen für andere humane Mittel kämpfen. Sie sind doch vor Ort und bei den Familien. Sie müssen doch auch Vorstellungen haben, wie man es eigentlich machen müsste.
Allerdings liest man auch manchmal etwas Gutes über das JA.
Ich arbeite ja aufgrund der Behinderung meiner Tochter mit dem JA
zusammen (es gewährt uns Eingliederungshilfe) und ich habe die
Mitarbeiterinnen dort als bemüht und fähig erlebt. Uns wurde nichts
aufgeschwatzt und wir wurden auch nicht schlecht behandelt. Mir fiel
auf, wie sehr auch die Mitarbeiterinnen im Dschungel sich beständig
ändernder Bestimmungen zu kämpfen haben,

Vielleicht sollte das als Beispiel dienen. Hilfe – Ja. Kinderentzug/Entführungen/Gott spielen – Nein

Noch eine längere und ältere Geschichte zum Abschluss.

Diese Kinder werden irgendwann erwachsen. Und spätestens dann verstehen sie, was man ihnen antat. Und deswegen stelle ich mir die Frage: Wie lange gibt es das JA noch?

Und vielleicht besinnen sich die Politiker dann irgendwann mal darauf zurück: Es ist die Aufgabe der Gemeinschaft zu helfen und nicht Terror und Angst zu verbreiten – auch wenn das letztere die schnellere Lösung ist, so ist sie doch nicht von Dauer.

…. ach ja, und solange nichts vom Jugendamt unterschreiben. Wenn man dem Kindesentzug zustimmt, werden die Kinder deswegen auch nicht schneller zurückgegeben. Gute Führung gibt’s nicht. Vor dem Gericht wird dann sogar im Gegenteil behauptet, dass man doch einverstanden gewesen wäre.

Crazy Sanji II

Mummy 1000Sunny

Sanji hält nix vom Baby sein. Wenn alle um mich rum laufen, warum sollte ich das nicht auch tun? dachte er sich wohl auf dem Weg vom Wohnzimmer in den Gang. Er hatte nur ein Problem: das mit der Balance,wenn man auf nur zwei Beinen steht. Aber, da steht ja eine Gehhilfe! Schnell geschnappt, dann konnte der Spaziergang in die Küche fortgesetzt werden.

sanji_walking

Er hat so glücklich gegrinst als er durch die Tür spaziert kam. Einfach schön, wenn ein Plan funktioniert :)

Crazy Sanji

Mummy 1000Sunny

Sanji sitzt, krabbelt, und zieht sich in eine stehende Position hoch. Die Pflanzen, die ich erst vor etwa einem Monat eine Stufe hoch gestellt habe, sind nicht mehr sicher.

Bin gespannt auf die U? übernächste Woche.

Nein, er trägt keine Windeln. Nein, er bekommt keinen Brei, er ist das gleiche wie wir, nein, nicht püriert, und auch nicht kleingeschnibbelt.

Ja, er sitzt, aber schon lange. Robben? nunja, er krabbelt meistens, oder steht irgendwo rum. Allerdings, wenn ihn jemand an seinen Händen nimmt, läuft er auch schon durch die Gegend. Nein, Kinderwagen benutzen wir nicht, ich trage ihn.

Der Kinderarzt lernt jedesmal was dazu, wenn wir in die Praxis kommen ;) und schlägt sich hinterher die Hände über dem Kopf zusammen.

Windelfrei at it’s best

Mummy 1000Sunny

Seit einiger Zeit halte ich Sanji immer ab, wenn er meckernd in Richtung Schüssel krabbelt. Und es scheint eine gute Idee zu sein, denn Sanji macht es immer öfter. Gerade musste er sogar ziemlich dringend, und ist zielstrebig losgekrabbelt (wild meckernd, versteht sich).

Nur auf’s Töpfchen will er nicht. (Spielen schon, der ist so schön rot…) Das Töpfchen ist aber auch eher eine Idee von der Oma und dem Papa, ich halte das für eine komische Erfindung. Nami konnte damals auch nichts mit dem Töpfchen anfangen, sie ist gleich auf die Toilette gegangen. Wenn wir Erwachsenen uns auch auf einen bunten plastik-Topf setzen würden wäre es was anderes – aber wir tun es nicht. Demnach gibt es hier nichts zum Nachahmen, und ist also ziemlich sinnfrei (aus Sicht des Babys). Deswegen gibt es ja auch alle möglichen Töpfchen: die ganz extravaganten, die aussehen wie eine Toilette in klein, die die Musik spielen wenn der Gang erfolgreich war, in der Form des Lieblingstieres, und alles in Kombination. In jedem Fall ist es eine Ablenkung vom eigentlichen Zweck.

Ich werde also weiter über der Schüssel abhalten, und wenn Sanji Interesse zeigt, darf er natürlich auch die Toilette benutzen, wie jeder andere auch.

Warum denkt die Welt in der Schule lerne man lesen?

Folgender Dialog entwickelte sich gestern Nacht noch bei den Piraten:

>Anfang des 20.Jahrhunderts – eben bevor eine allgemeine Schulpflicht da war – lag die Analphabetenquote im hohen zweistelligen Bereich.

>Eine allgemeine Schulpflicht wurde schon lange davor eingeführt – ich glaube Deutschland war gerade von Frankreich besetzt. Da kam Herr Johann Gottlieb Fichte und sagte, man müsse das perfekte System erschaffen um Ultrasupersoldaten ohne Gewissen und tiefem Schlächterinstinkt zu kreieren.
Woher kommt der Aberglaube, dass die Schulpflicht geschaffen wurde um den Menschen Gutes zu tun? Klar, die Herrscher dachten sich: Hey wir bilden das Volk, dann kann es das Internet erfinden und den Adel abschaffen.

>Es ist im Endeffekt ziemlich egal, wer und warum die Schulpflicht einführte; zu dem Wandel von einer Gesellschaft, in der Lesen und Schreiben ein Privileg von extrem wenigen war, zu einer, wo Analpabeten eher eine Ausnahme darstellen, hat sie aber beigetragen.

>Hat sie das? Oder haben wir einfach den Buchdruck immer besser hingekriegt (schließlich war das ja auch zufällig die Zeit der Automatisierung) und Bücher wurden immer billiger, Comics sind entstanden und an jeder Ecke steht etwas zu lesen?

>Und weil du an jeder Ecke was zu lesen siehst kannst du auf einmal lesen? Das würde ich bezweifeln wollen. Wenn ich jeden Tag Bücher in Japanisch vor mir sehe kann ich das auch nicht irgendwann ganz zufällig lesen.

>Was wäre, wenn Du ein kleiner Japaner in Japan wärst – und schon Japanisch könntest. Über der Eisdiele wäre das Kanji für Eis (du müsstest nicht einmal synthetisieren lernen). Über dem Hotel wäre das Kanji für Hotel. Überall liegen Mangas herum, Kinderbücher haben genau ein oder zwei Zeichen unter jedem Wort.
Ich behaupte (ungeprüft, da ich die japanische Unschooling-Bewegung nicht kenne und nicht mal weiß ob es dort vielleicht sogar nur Homeschooler gibt), dass Japanisch sogar leichter zu lernen sein müsste (für ein Kind ohne formellen Unterricht). Man muss berücksichtigen, dass die Zeichen auch kulturell verankert sind, so siehst Du beim Mensch-Zeichen einen kleinen laufenden Mann. Bei Frau siehst Du eine kniende Frau mit Kind. Bei Glück/Reichtum siehst Du eine Sau unter einem Dach. Und beim japanischen Symbol für Volk/Nation siehst Du ein Bild von einem Auge, das mit einer Nadel durchstochen wird – eine untertänige Masse, die blind durchs Leben geht. (Ist wirklich so)
Zusätzlich sind die Hiragana/Katakana Alphabete zwar umfangreicher, dafür ist jeder Buchstabe sofort auch als Laut aussprechbar (ma, mi, mu) und bei uns nur (f, s, g, k).

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Das Interessante ist aber, dass wir gar nicht mehr versuchen fremden Symbolen einen Sinn zu geben. Kinder versuchen das. Jeder Mensch versucht eigentlich seiner Umgebung, wenn er etwas darin nicht versteht, es in vorhandenes Wissen einzuordnen, und wenn das mißlingt Strukturen zu finden und neue Bedeutung zu geben.

Allerdings müssen wir in der Schule keinen Sinn mehr geben. Wir bekommen den Sinn dauernd gegeben. Und das über Jahre hinweg. Jeder Frage soll durch didaktisch zurechtgeschneiderte Aufbereitung zuvorgekommen werden – bloß keine Verwirrung erzeugen. Alles bekommt seinen Sinn zu der dafür vorgesehenen Zeit, und immer bevor man selber versuchen müsste dem Gelernten einen Sinn zu geben.

Diese menschliche Funktion wird in den Rollstuhl gepackt und dann 13 Jahre in der Gegend umhergefahren. 13 Jahre lang wird gesagt: „Bleib sitzen, ich schieb Dich“. Und dann, nachdem sie nicht mehr laufen kann, geht der Lehrer weg, keiner fährt einen mehr im Rollstuhl durch die Gegend. Verwzeifelt sucht man einen neuen Schieber; man hat schon vergessen, dass man selber gehen kann und es wurde einem jeden Tag erzählt, dass man es eben nicht kann.

Und bald schon findet man endlich wieder einen Sinngeber – jemand der den Rollstuhl schiebt. Endlich der Arbeitgeber. Und nur manchmal, in langen Urlauben, wenn man mit seinem Rollstuhl am See steht und die Nervosität gar nicht aushalten kann; wenn die Seele nach dem Arbeitgeber zurückverlangt, damit man endlich wieder geschoben wird; manchmal denkt man für einen kurzen Augenblick darüber nach „auszusteigen“ – einfach versuchen wieder selbst zu gehen. Dem Leben selber einen Sinn geben – doch da zum Glück springen schon die Animateure aus den Löchern und schieben.

Zum Konservatismus – ein Mitmachblog bei der CDU

Die CDU hat anscheinend einen Mitmachartikel auf ihrem Blog.

Er heißt: Zum Konservatismus und darunter steht nichts.

OK, bin dabei. Der Konservatismus ist sehr schwer zu definieren, da man dabei nie weiß, was man eigentlich konservieren will und was nicht. Die guten Dinge, na klar. Und die schlechten will man abschaffen und durch konservative Werte ersetzen. Also man geht in die Vergangenheit um dort nach den Konzepten zu suchen, die damals noch lebenswert waren und die irgendwann verloren gegangen sind. Es findet also eine Rückbesinnung statt, überall dort, wo wir gesellschaftliche Probleme haben. Diese Rückbesinnung führt mit den neuen Technologien und den neuen gesellschaftlichen Problemen zu einer neuen Lösung, die paradoxerweise konservativ ist. Viele Jahre dachte ich die CDU stünde für diese Art des Konservatisseins. Dann hat sie aber systematisch die Zersetzung der Familie durchgesetzt und diese durch kontrollierte Institutionen (z.B. Kindergarten, Kinderkrippe, Schulen) ersetzt. Sie tat dies nicht aus Böswilligkeit gegen die Familien. Nein, die CDU ist konservativ und liebt die Familie als Grundstein unserer Gesellschaft. Sie tat dies auch nicht für die Bildung oder das Kindeswohl. Denn Bildung ist ja in der Familie und der Gemeinde offensichtlich besser zu bekommen, als in einer kindergeburtstagsähnlichen Situation – und das wusste die CDU, weil sie die Familie liebte und auch die großen Deutschen wie die Humboldts oder Goethe in der Familie unterrichtet wurden. Deutschland hat überhaupt eine große Tradition vom Unterricht in der Gemeinde. Die CDU förderte die Schule, weil sie Angst vor den Ausländern hatte. So wollte sie einen deutschen Raum für alle ausländischen Kinder. Gefüllt mit genügend deutschen Mittelstandskindern, dass die Ausländer akkulturisiert würden. Leider unterschätzte die CDU eine Sache: Die Muttersprache ist Identitätsbestimmend. Der Deutsche sagt: „Ich lerne etwas auswendig“ – der Franzose sagt: „Ich lerne es durch das Herz“. Versuche ich nun dem Franzosen beizubringen, dass er es doch bitte auswendig lernen soll, so vermittele ich ihm auf der einen Seite Sprachkenntnisse, auf der anderen Seite versuche ich seine kulturelle Identität und seine primäre Sozialisation (die Sprachsozialisation) zu brechen. Am Ende entsteht das Phänomen der doppelten Sprachlosigkeit und auch ein Hass und eine Verachtung auf den Schänder. So stand die CDU nun vor dem Scherbenhaufen Schule. Vom großdeutschen Kulturtraum des deutschen Raumes in den Köpfen aller Kinder, die dann irgendwann zurück in die Heimat gehen und ihren Kindern dort deutsche Lieder zum Einschlafen vorsingen werden. Die Integration, so wie die CDU sie verstand, die Assimilation fremder Nationen über die Schulbänke und Lehrer war gescheitert. Schulverweigerung, Komasaufen, Ritzen, Bulimie, Ausflippen, ADHS, Schule Unglücksfaktor Nr.1, Computerspielsucht, Fernsehsucht, Drogensucht, Hikikomori, immer mehr nahmen die Probleme der Schule zu – heutzutage finden wir sogar das Wort Schulmassaker in unseren Wörterbüchern.

Durch die stetige Untergrabung der Familien verloren viele Eltern am Rande jeden Kontakt zu ihren Kindern und es kam durch den stetigen Druck der Gesellschaft auf Leistung zu ausrastern, deren Tragödie unfassbar waren. Doch die alte Garde der CDU war schon längst tot. Der Gedanke, warum die Schule einmal eingeführt wurde, war in ungelehrten Geschichtsbüchern verschütt gegangen. Es folgten immer mehr Gesetzesverschärfungen gegen die Familien. Und nun darf man schon am Duft des nächsten Problemes schnüffeln. Kinder und Familie eines der großen Ziele im Leben eines Menschen, nach aktuellen Studien immer noch das, wonach sich der Mensch natürlicherweise sehnt. All dies ist erstickt in Angst und Abscheu. Eltern werden in einem Land, wo die CDU regiert. Von heute auf morgen verdächtig sein. Unter dauernder Überwachung stehen und alle seine Bürgerrechte aufgeben. Die Kinder vielleicht sogar verlieren, weil besorgte Nachbarn den Gesetzen mehr vertrauen als dem Herz. Weil diese Nachbarn lieber die Polizei schicken, anstatt selber auf einen Tee vorbeizuschauen. Nein, Kinderkriegen in Deutschland macht den meisten Menschen nur noch Angst. Es bedeutet den Verlust von Menschenrechten und Wohlstand. Es bedeutet den Verlust von Freiheit unter einem blauen Himmel.

Danke CDU. Wie wäre es gewesen einfach Türkisch zu lernen?

Reisepläne

Mummy 1000Sunny

Im September bringe ich meinen kleinen Bruder nach England, er geht in ein College for Rockmusiker :)

Wir fahren mit dem Auto, und besuchen die Verwandten auch. Die Urgroßeltern kennen Chopper, Nami und Sanji kaum, weil ich sehr selten bei ihnen war.

Ich freu mich so, ich freu mich so, ich freu mich so, ich freu mich so, ich freu mich so, ich freu mich so!

Wir machen das ganze natürlich als großes Abenteuer, mit Zelt und so. Gerade hab ich die Überfahrt mit der Fähre gebucht (Obwohl Chopper meinte, unser Auto schwimmt bestimmt, es ist eines dieser Boot-Autos, wir müssten gar nicht mit der Fähre fahren…).  Wir werden von Dunkerque nach Dover übersetzen, werden also nur ganz wenig in Frankreich sein. Schade eigentlich, aber so sehen wir endlich mal was von Deutschland (Wohnt jemand auf der Strecke zwischen München und Brüssel? )

Wir werden Papa1000Sunny so sehr vermissen. Das ist echt traurig, dass er noch nicht reisen kann, und traurig, dass ich ihm England immer noch nicht zeigen kann. Ich würde ihm so gerne die Plätze zeigen, die mir so viel bedeuten. Mit ihm Muscheln suchen gehen, Krabben-fischen, die Höhlen von Cheddar entdecken, über die Felder wandern (und immer den Bullen im Auge behalten), das Haus meiner Großeltern, wilde Brombeeren pflücken. So werden wir all diese Dinge auch machen, aber eben ohne einen sehr wichtigen Teil der Familie. Doof ist das.

Aber trotzdem freue ich mich und schmiede Pläne, und es fällt mir echt schwer, mich auf die Diplomprüfungen zu konzentrieren. ..

Ein neues Verbrechen

Kindesentziehung scheint in deutschen Behörden schon zu einer Art Beißreflex geworden zu sein.

Ich versuche jetzt mal ganz empathisch nachzuvollziehen, was in solchen Kidnappern vor sich geht.

Behördenfuzzi1: „Hey, da könnte was nicht OK sein – sollen wir uns das näher anschauen“

Behördenfuzzi2: „Nööö, laß ma’. Wir fahren da einfach mit der Bullerei vor. Schnappen uns die Kinder und lassen die Presse die Drecksarbeit machen und das der Bevölkerung erklären.“

Behördenfuzzi1: „Meinst Du nicht, dass wir uns erst ma’ ein Bild machen sollten?“

Behördenfuzzi2: „Guck ma’. Heute is’ Fußball. Werder spielt. Und mein Köllsch bleibt nicht ewig kühl. Laß uns die Familie hopps nehmen und dann einen saufen gehen.“

Behördenfuzzi1: „Ist das nicht verantwortungslos?“

Behördenfuzzi2: „Jetzt kommste mir gleich wieder mit Deinem Rechtsstaatsgelaber und diesem ganzen Subisidiaritäts-Gemüse. Lass ma’. Ich hab Karten für die Südkurve. Und außerdem haben die die Schulpflicht eh verletzt. Und so.“

Behördenfuzzi1: „Ach, na dann. Ich laß die Polizisten vorsichtigerweise noch einen Rammbock mitbringen. Nicht dass die mit Menschenrechten und dem Gedöns anfangen. Gegen wen spielt Werder heute eigentlich.“

Ihr werdet es sicher erraten haben, es geht um die behinderte Jennifer aus Lübbenow. Wir wissen eigentlich nichts über diesen Fall. Aber die Hetzjagd durch alle Medien ist eröffnet. Eine Behinderte! Und die Schulpflicht! Dabei sind Sonderschulen doch die Ausgeburt an Freude und immerwährenden Vergnügen. Warum wollen Eltern das nicht für ihre Kinder?

Wenigstens kann man in den Kommentaren schon erste Anflüge von Menschlichkeit erkennen.

Für alle, die jetzt auch Angst haben, dass sie auf einmal aufwachen und sich sagen hören: „Bin ich schon drin?“ (in der Zwangspsychatrie) ist hier eine Patientenverfügung. Denn nur mit der neuen Patientenverfügung darf der Staat sie nicht für verrückt erklären und sie einfach mal wegstecken.

Irgendwie habe ich das Lied, das meine Gottseidank gesunden Kinder in letzter Zeit immer mal wieder singen im Ohr:

„Hurra, Hurra die Jenny, die ist nicht mehr da,

Hurra, Hurra, die Polizei war da.

Manchmal trieb sie Schabernack,

Spiel mit den Geschwistern nicht zu knapp,

Schwupps schon ist die Jenny weg,

wer hat sie wohl wegversteckt?

Hurra, Hurra, Polizei und Jugendamt war da.

Hurra, Hurra, das Trauma das ist da“

(Wer das jetzt für geschmacklos hält, dem kann ich nur zustimmen. Ich hoffe das Jugendamt, die Polizei und die sonstige Wohlfahrtsgestapo klären den Fall nächstes Mal *VORHER*)

Jennifer Update, gerade gefunden:

Behördenfuzzi3: „Jetzt schick sie mal wieder zurück, was solln wir mit’ner Behinderten hier auf dem Amt ?- ich war vor ein paar Jahren eh bei denen, die sind ganz OK

Behördenfuzzi2: „Nee, komm ich hab die Polizei gerade für die restlichen Geschwister beordert – Sippenhaft ist doch voll der Bringer. Außerdem war sie nie beim Arzt und dafür manchmal am Fenster“

Behördenfuzzi3: „Vielleicht war sie gesund und die Eltern haben sich selber informiert. Allerdings ist am Fenster sein wirklich ein Verbrechen“

Aber so richtig Angst machen einem die Interviewnutten. (Auch hier sind wieder die Kommentare sehr interessant. Scheint wohl eine neue Methode der Arbeitsplatzbeschaffung in Brandenburg zu sein).