Jojo. Immer wieder kommt die Frage… HS/US ist ja eine super Sache – aber wie und mit welchem Geld? Es reicht doch jetzt kaum hinten und vorne!

Lohnen tut es sich auf jeden Fall, das sehe ich zur Zeit ganz deutlich. Chopper dekoriert gerade die ganze Wohnung um und bastelt wie ein Weltmeister. Er fertigt Bücher an. Malt Geschichten. Bindet sie (mit dem Tacker :) )Fertigt aus Verpackungsmaterial Masken, dass man Angst hat die Wohnung zu betreten… und alles. Wir können gar nicht so viel Müll produzieren und Bastelmaterial heranschaffen, wie er verarbeiten kann. In solchen Augenblicken merkt man erst, wie ungezähmt die Kreativität des Menschen ist. Man merkt, wie alles, was ein Kind sieht, hört, riecht und schmeckt (ich übertreibe ;) ) in neue Formen gegossen wird und in welcher Form es reproduziert wird. Horden von Pädagogen könnten sich hier glücklich forschen. Der Kontrast zu diesem Befehlsbasteln schlägt so stark ins Auge, wenn um 21 Uhr noch einmal alles Bastelzeug ausgepackt wird und dann noch eine Stunde still vor sich hingebastelt, gemalt, verziert, geklebt und laut buchstabiert wird. Später setzt er sich noch mal an den Computer und beschlagnahmt das Schreibprogramm (GIO Keyboard) – ein paar Minuten später hört man ihn sagen: „Hey ich habe lesen gelernt“ (er hat die Wörter aus dem Kontextmenü vorgelesen).

Und dann Nami erst – die entdeckt die Sprache und hat immer eine coolen Spruch (meistens komplett widersinnig) auf den Lippen… oder ein Selbstgespräch… oder ein Telefonat… Die Sprache ist dabei total ungebunden und frei von allen Peer-Einflüssen. Sie Dickensed sich so durch (das ist umso spannender zu beobachten, da ich gerade die Pickwick-Papers und vorher Great Expecations genieße).

Und dann der kleine Sanji… Smiley… Dauergrinsen… unerschütterliches Vertrauen… selten nur ein kleines Weinen (wenn die Milch nicht zur rechten Zeit da ist), Liegestütz wie beim Militär.

Und wie sie dann alle drei zusammen spielen. Und dauernd lernen miteinander umzugehen. Und wie dann noch die Oma immer stärker eingebunden wird. Und wir mittendrin statt nur dabei. Es ist als ob man förmlich zusehen kann, wie die alte Struktur der Großfamilie sich wieder zusammenfügt.

Wenn ich mir die 3 so anschaue, kann ich mir gar nicht vorstellen, dass Familie oder Lernen irgendjemanden belasten könnte auf dieser Welt. Besonders Lernen und Gestalten, immer wieder neue Sache herauszufinden scheint ihnen so viel Freude zu machen und diese Freude ist ansteckend, so dass man auch wieder lernen möchte. Und es hält sie den ganzen Tag auf Trab, so dass sie am Ende nur noch erschöpft ins Bett fallen um am nächsten Tag wieder von neuem zu beginnen.

Aber wie kann man mehr Menschen solch ein wundervolles Leben ermöglichen? Und wie macht ihr das schon heute? (und wer braucht selbstgemalte Bücher, Faschingskostüme u.ä.? – billig abzugeben ;) ).