Das Ausmaß der Hilflosigkeit

Besonders in Krisenzeiten, wenn jeden Tag 10.000 Arbeitsplätze verlorengehen, bemerken wir das Ausmaß unserer Hilflosigkeit.

Die meisten Menschen können nicht mehr machen, als demonstrieren und sich so fest wie möglich an ihren Arbeitsplatz zu klammern. Zu zeigen, was in ihnen steckt und sich damit an den Rande (oder darüber) des gesundheitlichen Ruins treiben. Nur um festzustellen, dass sie nicht gefeuert werden, weil sie ihre Arbeit nicht gut machen, sondern weil sie überholt sind. Nicht nur sie. Sondern auch manchmal die ganze Abteilung. Oder sie bringen keinen Gewinn. Oder sie kosten zuviel und die Bilanz muß schrumpfen.

Dennoch, der einzelne Mensch ist hilflos. Er kann nur abwarten und hoffen. Warum ist das so?

Wir alle wissen, es gibt genug Arbeit auf dieser Welt für alle. Wir müssen nur in unsere Wohnung schauen, da sehen wir tausende von Arbeiten. Wir müssen nur schauen, wieviele Hungrige Menschen es gibt. Da ist Arbeit. Wir müssen nur suchen, wieviel Menschen Hilfe brauchen. Auch all das ist Arbeit. Wir müssen uns nur fragen, was gefällt mir nicht an dieser Welt, und schon sehen wir tausende soziale Fortschritte, Erfindungen und Werke die noch gemacht werden müssen. Aber all das können wir nicht.

Wir haben eine riesige Allgemeinbildung bekommen. Wir wurden 12 Jahre lang ausgebildet und dann noch einmal 5 Jahre. Insgesamt haben viele Menschen, die jetzt gekündigt werden 17 Jahre gelernt… und jetzt können sie nichts anderes, als abwarten und hoffen.

Obwohl wir 17 Jahre gelernt haben, wurden wir doch nur für eine Arbeit qualifiziert. Alles dahinter ist für uns eine Grauzone.

Die Idee der Allgemeinbildung war meines Wissens von einem Philosophen Comenius, der sagte: „Omnes omnia omnino“ (allen alles ganz zu lehren). Natürlich war Comenius gegen jeden Zwang (aber das ist eine andere Geschichte). Diese edle Idee wurde in vom Staat umgewandelt in: „Wir belehren alle (im Zwang) bis sie von allem, was wir wollen, ein bisschen können, wie wir wollen“.

Und jetzt stehen wir da. Wir können uns keine Häuser bauen, wir können keine Computer programmieren, wir können keine Nahrung anbauen, wir können keine Knochbrüche heilen, wir sind ein Haufen funktionaler Analphabeten, wir können keine neuen Sprachen lernen, wir können keine Schafe scheren und uns Kleidung daraus machen…. kurzum… wir können nichts. Wir können weniger, als der Mensch zu irgendeiner Zeit in der Geschichte.

Unser Halbwissen ist dagegen enorm. Wir können überall mitreden und haben zu allem eine Meinung. Auf der Straße unterhalten sich die Leute über Steinmeier und Guantanamo und über Reformen. Wir können überall mitreden. Aber wir sind machtlos, was eine Lösung betrifft.

Das Maß an Bildung, das wir bekommen, soll durch irgendwelche Lehrpläne reformiert werden und neue Bildungskanone müssen her…. so heißt die Lösung der Politiker. Meine Meinung ist aber, um ein glücklicher und erfüllter und vor allem ein nicht-hilfloser Mensch zu sein, müssten wir 10Mal so viel lernen wie jetzt. Wir müssten ein Leben lang lernen. Jeder Tag muss ein Dazulernen bedeuten. Wir können es nicht wagen uns zurückzulehnen und einen Zettel mit der Aufschritt Schulabschluss oder Universitätsdiplom selbstzufrieden zu beäugen. Denn dieses Zurücklehnen ist ein Verrat an unserem Leben. Wir wurden geboren als lernende und neugierige Wesen. Unsere ganze Evolution läuft auf den einen Vorteil hinaus, dass wir unsere Welt immer besser verstehen wollen. Neue Dinge zu lernen und sie zu können, das ist Flow, und das ist Glück. So sind wir geboren und gebaut.

Aber all dieses Lernen können wir nicht. Denn wir werden gehindert. Unser Körper und unser Gehirn wurde auch noch mit anderen Verlangen ausgestattet. Wir benötigen Freiheit und Selbsteffektivität. Niemand kann unsere Gehirne zwingen etwas zu verstehen. Niemand kann unsere Hände zwingen etwas zu können. Wir empfinden kein Glück Dinge zu lernen, die wir nicht lernen wollen. Wir empfinden kein Glück Dinge zu lernen, deren praktischen Sinn wir nicht erkennen. Jemand, der so etwas propagiert, der macht aus dem Menschen ein passives Wesen. Jemand der Menschen in solche Institutionen und Lernschemata zwingt, der verneint die Natur des Menschen.

Wir können nicht 10Mal so viel lernen. Wir können keine Universalgenies mehr werden. Wir können nicht gleichzeitig Mathematik, Sprachen, Gartenbau und Philosophie erlernen, Psychologie für den Umgang mit Menschen, pädagogische Psychologie für den Umgang mit unseren Kindern. Wir können all das nicht lernen, weil wir zum Lernen gezwungen wurden. Und wie es mit Zwang und dem Menschen ist, so haben wir unsere Schutzschilde und Gegenmaßnahmen aufgebaut. Wir sagen: „Der Zug ist für mich abgefahren“ „Überlassen wir das mal den Profis“ „Schuster bleib bei deinen Leisten“ Doch alles, was wir damit sagen ist: „Ich war in der Schule, ich leide an erlernter Hilflosigkeit“ — aber wir werden nie wissen, dass sogar diese erlernte Hilflosigkeit schon untersucht ist. Wir werden es nie wissen, weil wir Angst haben vor den dicken Büchern….

Wenn ich heute die ersten Seiten von „Brave new world“ lese, dann weiß ich, das ist kein Science Fiction. Das ist Gegenwart. Das ist Schule.

Und weil wir alle so verstümmelt wurden, lesen wir einfache Romane, Fernsehprogramme und Einkaufskataloge. Denn wir sind immer noch neugierig…

Und so bleiben wir inmitten einer Informationsgesellschaft und umfangreichen Bibliotheken hilflos… und müssen warten, ob es unsere Branche in ein paar Tagen noch gibt. Etwas anderes haben wir nicht gelernt. Und umlernen können wir nicht…

Choppers Träume

1000Sunny Mummy

Gerade träumte Chopper folgendes (wobei er bis vor ein paar Minuten noch vor sich hin gesungen hat, in seinem Bett…):

Er rutschte unter das Eis und hin zu den Vulkanen, dem Magma, und der Lava unter die Erde und zu den Festplatten.

Papa 1000Sunny: Meinst Du Kontintentalplatten? Chopper: Ja, genau, Kontinentalplatten.

Er was aber schnell beruhigt, als Papa 1000Sunny ihm sagte, dass man schon sehr schwer einfach in die Erde „reinrutscht“ – da müsste die Erde eine sehr dünne Konsistenz haben.

Jetzt kuscheln die beiden noch eine Runde :)

Ein Erlebnis in der Grundschule (von mir)

(Gewidmet Sevenjobs heutigem Blogeintrag)

In der Schule läuft ja immer ziemlich viel: „Die Polizei, Dein Freund und Helfer“-Propaganda. Eins davon ist das Kasperletheater, das oft von Verkehrsbeamten vorgespielt wird und zu mehr Achtsamkeit im Straßenverkehr ermahnt.

Ich erinnere mich genau, einmal war es wieder so weit und in der Turnhalle meiner Grundschule waren Stuhlreihen um Stuhlreihen aufgestellt. Vorne das Kasperletheater… Unsere Augen haben geglänzt.

Ich freute mich besonders.

Mitten im Stück mußte der Kasperle ins Gefängnis gesperrt werden. Die Polizei war natürlich selbst am meisten betroffen, dass sie zu solchen Maßnahmen greifen musste.

Und als ob es damals schon klar war, dass ich mal Unschooler werden würde, dachte ich mir in dem Moment:

„Oh, der hat es aber gut…. ich wäre auch so gerne im Gefängnis, da hätte ich mal ungestört Zeit zum lesen“

… Vielleicht wird man ja als Unschooler geboren… dann wird es einem ausgetrieben… und irgendwann, wenn man viel Glück hat, findet man wieder die Freude am Lernen und lernt noch viele Sprachen und Fachrichtungen…

Ich kenne zwar den Jugendknast nicht…. aber wenn er so ist, wie er im Theaterstück vorgestellt wurde, dann würde ich ihn jederzeit der Schule vorziehen.

Kindergarten – gelebte Ungerechtigkeit und Einstieg in die Isolation

Vor zwei Tagen war ich also mit Chopper Kindergärten anschauen. Auf der einen Seite war es natürlich interessant, dass mittlerweile der überwiegende Teil der Eltern einen Kinderweitwurf-Wettbewerb unter sich veranstaltet: „Was nur von 8-16 Uhr – ich brauche aber von 7-18 Uhr“ – auf der anderen Seite ist es natürlich deprimierend, welche Mechanismen solche Einstellungen fördern.

Sehen wir uns mal den Ganztageskindergarten von innen an: Große Räume, Viele Spielgeräte, Riesengarten. Das ganze ist eine Art Turnhalle mit Spielzeug. Und Verkaufläden usw. Locker 400 qm (für 75 Kinder).

Sehen wir uns nun die privaten Wohnungen hier in München an. 3-4 Zimmer Wohnungen. Kleine Zimmer. Gerade mal so viel Platz um sich in der früh waschen zu können und arbeiten gehen zu können. Es drohen japanische Verhältnisse.

Sehen wir uns nun weiterhin an, wieviel Eltern mit Kindern untereinander machen. Da gibt es die Kindergruppe. Es gibt einen Kinderspielplatz. Und es gibt das Kinderturnen. Für die Größeren gibt es noch die Musikschule. Im Winter ist München für Eltern, die bei ihren Kindern bleiben praktisch eine Großstadt mit vielen Einzelzellen. Jedes Elternteil-Kind-Gespann verbringt seine Zeit in Isolationshaft.

Indoor Spielplätze kosten Stundenweise, und eine Menge Geld – zusätzlich sind sie für Eltern sehr erschöpfend – sie sind auch mit einer riesen Vorbereitung, Anfahrt und Abreise verbunden. Schwimmbäder… noch schlimmer … noch teurer.

Auf einmal kommt man in so einen großen Kindergarten. Ein Traum…. Ein paar Randbedingungen… Man darf nicht rein, wann man will… Eltern müssen leider draußen bleiben… Nur Vollzeitbuchung… Kosten werden planwirtschaftlich verteilt (das bedeutet: Gestaltungsfreiheit, Flexibilität 0.000)…

Was wäre es schön zu sagen: Hey alle meine Freunde, kommt wir treffen uns heute dort und dort. Wir nehmen alle unsere Kinder mit und dann gibt das eine Heidenparty. Und so kann man das jeden Tag machen. Kinder würden auf einmal wieder Spaß machen.

Eltern, die nicht dabei sein wollen, oder die etwas machen müssen, die können einfach so gehen und kommen, wann sie wollen (ihre Kinder können sie da lassen).

Die Eltern können Lerngruppen bilden, sich über Erziehung unterhalten. Man kann mit einem bestimmten Budget sich pädagogische Vorträge buchen. Vielleicht sogar noch eine Weiterbildung dort machen.

Halt ein offener Spiel-, Lern-, Lebens- und Gemeinschaftsort für alle.

Und hier ist das Problem: Dazu müsste es OFFEN sein. Hier schließt man aber lieber alle weg. Isoliert sie gegen sich gegenseitig. Bis man eine komplett atomisierte Gesellschaft hat. Leicht regierbar, wehrlos gegen jede Ungerechtigkeit. Ein guter Inhalt für eine Spottschrift oder Witzes über Menschen.

Als bester Witz wird diese ganze Isolation dann noch von einer Behörde organisiert, die sich Sozialreferat nennt.

Mal eine Fleißaufgabe für alle: Sucht eine Stelle, an der ihr einfach sitzen, spielen und sich mit anderen unterhalten könnt – zusammen mit euren Kindern.

Was wäre wenn Politiker Mediziner wären?

Dann würden sie die Krebsgeschwüre Schule und Kindergarten aus der Gesellschaft rausschneiden. Merkel ist aber Physikerin und nährt gerne schwarze Löcher.

(Dieser Witz ist natürlich halb so lustig, da schon viele Politiker sich als Mediziner versucht haben)

Kindergarten – Prepare for Combat

Eigentlich sollte ich ja schon im Bettchen sein und noch ein bisschen Harri B. Otter lesen (aber da läuft eh nur ein Quidditch-Turnier – Yeuch).

Der Kindergarten und dieses ganze blöde Gerede von der Leiterin ist noch nicht ganz durchgekaut bei mir.

Ich erinnere mich noch an diesen einen immer wiederkehrenden Satzsinn: Das bereitet sie schon auf die Schule vor.

Wenn man nicht im Kindergarten war, dann kann man

1.) seinen Willen wohl nicht durchdrücken

2.) seinen Platz nicht verteidigen, zwischen 30 anderen, die denselben Platz wollen

3.) die Lautstärke nicht ertragen, die 75 Kinder auf einmal erzeugen

4.) nicht still sein, wenn es einem gesagt wird

5.) dem anderen keine reinwürgen, weil die Gruppe das gerade verlangt

6.) nicht der Beste, Tollste, Schönste, Klügste, Schnellste, Stärkste, Reichste sein

Wirklich, wirklich …. was ich heute erlebt und gehört habe das ekelt mich an. Ich kann nicht verstehen, wie andere Menschen sich nicht von dieser institutionalen Containerisierung ihrer Kinder abwenden. In der Stadt scheint es wohl keinen schlimmeren Ort zu geben, als den Kindergarten … neben der Schule. Denn auf die Schule soll ja vorbereitet werden.

Ich bin da heute hingegangen, und dachte mir: Hey, wenn das dem Chopper gefällt, dann kann er ja da öfter mal hin… und auch die Nami… dann habe ich ein bisschen mehr Zeit und kann besser auf die Kinder eingehen, wenn sie dann hier bei mir sind.

Aber das was ich heute gesehen habe, das hat mich in eine Art Schockzustand versetzt. Ich erinnere mich an den Spruch: Wenn man das Böse vor Augen hat, dann fühlt man Ekel und Hilflosigkeit zugleich. Ich würde nicht sagen, dass der Kindergarten für mich das Böse repräsentiert. Oder, dass ich überhaupt an das Böse glaube. Aber ich glaube daran, dass wir Menschen eine besondere Fähigkeit haben uns Höllen vorzustellen und sie Wirklichkeit werden zu lassen.

Alles, was die Frau zu mir heute gesagt hat, war: Wir bereiten ihre Kinder auf den Krieg vor. Auf einen 12 Jahre langen Kampf, zu dem wir ihre Kinder dann zwingen werden. Und danach werden sie ein Leben haben, in dem sie sich zu allem selber zwingen werden. Vom frühen aufstehen, bis in eine Arbeite gehen, die sie nicht mögen. Dieser Kampf ist so schlimm und so ein mieses Rattenrennen, weil wir Beamten uns das Leben so vorstellen. Als feindlichen Platz auf Erden, ein Wettlauf mit jedem Mitmenschen, bei dem nur wenige gewinnen können. Und diesen Ernst des Lebens sollen sie schon jetzt schmecken. Wir verpacken das alles schön. Wir machen Projekttage, wir sind eine integrative Einrichtung und ein Bewegungskindergarten und nehmen am Projekt faustlos teil. Aber in Wirklichkeit ist das Leben für uns eine Qual. Zwang und Selbstzwang wechseln sich ab, wir haben innerlich gekündigt und die Rente ist unser einziges Ziel. Auf dieses Leben bereiten wir ihre Kinder vor. Erst im Kindergarten, dann in der Schule.

Hey! Für mich ist das Leben nicht so. Das Leben ist wundervoll und sparkling. Nur die Regierung nervt mich. Und solche Tage, an denen ich mit Regierungsglöcknern spreche, die sind nicht schön. Arbeiten macht mir Spaß. Meine Kinder machen mir Freude. Lernen ist ein Vergnügen für mich. Ich helfe meinen Mitmenschen wo ich nur kann. Ich gehe auf andere Menschen mit offenen Armen zu. Das ist das Leben.

„Erzählt mir nichts anderes. Da könnt ihr solange reden, bis euch die Zähne rausfallen. Ich weiß, dass das alles ein Haufen selbstverwahrheiteter Lügen ist. Lebt damit. Aber bekehrt mich nicht. Und zwingt mich nicht dazu meinen Kinder zu erzählen, dass euer Leben DAS Leben ist. Ich glaube euch nicht mehr. Ich war in der Schule; ich kenne alle Lügen. Ich bereite meine Kinder auf das Leben in der Gesellschaft vor, und nicht auf das Leben, dass ihr euch denkt, dass die Gesellschaft es führt.“

Der große Unterschied zwischen mir und diesen ganzen Kindergärtnern und Lehrern ist nämlich, ich habe den Kindergarten verlassen. Ich habe die Schule verlassen. Ich lebe draußen in der echten, großen, weiten, unüberschaubaren, widersprüchlichen, facettenreichen Welt. Und ich habe mich nicht wieder dahin verkrochen, wo mir ein Teil meiner Jugend gestohlen wurde. Und ich will auch nicht, dass meine Kinder in einem Gefängnis aufwachsen, in denen man ihnen erzählt, wie Beamte sich die Welt vorstellen. Sondern meine Kinder sollen diese Welt sehen, sie fühlen und sich eigene Gedanken machen. Kurz, sie sollen leben. Und das ab dem ersten Tag ihres Lebens.

Kindergarten – wann entfernen wir uns von unseren Kindern?

Immer noch bei der Durcharbeitung dieser vielen Informationen und Argumente, die mir die Kindergartenleiterin gegeben hat.

Sie erzählte von einem Vater, der nachts arbeiten mußte. Deswegen schlief er dann tagsüber. Er bat die Kindergärtnerin sein Kind erst um 11 Uhr bringen zu müssen. Der Vormittag wäre Spielzeit mit dem Papa.

Das ging natürlich nicht. Auf so einen Dreck wie Familienleben kann das Bayerische Förderungs und Vollpfostengesetz keine Rücksicht nehmen.

Mittlerweile hat das auch ein gutes Ende genommen: Der Sohn freut sich mittlerweile so auf den Kindergarten, dass er überhaupt nicht mehr mit dem Vater spielen will…. na endlich … Die Leiterin war ganz stolz und freute sich über ihre gute Arbeit. Ich war entsetzt und konnte mich nur schwer zurückhalten etwas zu antworten.

Als ich nach Hause kam, bin ich erst mal 6 Kilometer auf unserem Fahrrad gefahren…

Warum will man denn die Kinder weg von der Familie haben?

Hier noch ein paar besinnliche Worte aus der deutschen Geschichte, die rein gar nichts damit zu tun haben, die mir aber doch manchmal im Ohr klingen:

„Meine Pädagogik ist hart. Das Schwache muß weggehämmert werden. In meinen Ordensburgen wird eine Jugend heranwachsen, vor der sich die Welt erschrecken wird. Eine gewalttätige, herrische, unerschrockene Jugend will ich. Jugend muß das alles sein. Schmerzen muß sie ertragen. Es darf nichts Schwaches und Zärtliches an ihr sein. Das freie, herrliche Raubtier muß erst wieder aus ihren Augen blitzen. Stark und schön will ich meine Jugend. Ich werde sie in allen Leibesübungen ausbilden lassen. Ich will eine athletische Jugend. Das ist das erste und wichtigste. So merze ich die Tausende von Jahren der menschlichen Domestikation aus. So habe ich das reine, edle Material der Natur vor mir. So kann ich das Neue schaffen.“

Jeder Herrscher wußte, umso früher er die Kinder aus der Familie trennt, desto stabiler ist sein Staat. Die Perfektionierung im großen Stil ist wohl „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“. Ich glaube nicht, dass die Herrscher das bewußt machen. Ich glaube es sind viele unabhängige Geschehnisse und ihre „Lösungen“, die diese Entwicklung vorantreiben. Zusätzlich damit, dass eine Idee immer für alle Menschen gleichzeitig gelten muss, sonst ist die Idee schlecht…

Sozialkompetenzen im Kindergarten

Ich bin immer noch wütend. Jetzt arbeite ich gerade in Gedanken die Argumente durch, die die Kindergartenverwalterin im Auftrag des Borg an mich übermittelt hat.

Eines war die Sozialkompetenzen:

Kinder, wenn sie nicht jeden Tag da sind, können die Sozialkompetenzen ja gar nicht lernen – das muss ich mit meinem Gewissen ausmachen. Ich kannte diesen Spruch schon von der ADHS-Diskussion, da soll man seinen Kinder auch Drogen geben – oder es mit seinem Gewissen ausmachen, dass man seinen Kindern die Zukunft verbaut und das Leben versaut.

Auf der anderen Seite hat sie dann gesagt, wenn die Kinder nicht jeden Tag da sind, dann wird es aus den Gruppen ausgeschlossen, die sich dann gebildet haben werden – und an denen es nur bei regelmäßiger Teilnahme teilhaben kann. Bei nicht regelmäßiger Teilnahme drohen Außenseitertum.

Ehrlich, das schneidet sich doch brutal mit dem Argument der Sozialkompetenzen. Menschen in eine Gruppe zu integrieren, auf sie zugehen, sie anzunehmen, auch wenn sie andere Gewohnheiten haben, das sind doch Sozialkompetenzen. Ihnen erklären, was gestern war, und warum man heute eben das andere macht. Das sind Sozialkompetenzen.

Was sind denn bitte die Sozialkompetenzen, die sie gemeint hat: Eine Gruppe bilden. Diese sozial nach aussen zu isolieren und gegen jeden Neuankömmling verteidigen – bis man vor Intoleranz so strotzt, dass man reif für den Schulbesuch in Deutschland ist?

Toll – darauf kann, will und muss ich verzichten. Wenn das die sozialen Werte der deutschen Gesellschaft sind, dann würde ich meinem Kind doch das Leben versauen, wenn ich es in Deutschland aufwachsen ließe. Denn diese Einstellung kann doch nur zu einem Land führen, dass von Fremdenhaß und Fremdenangst gebeutelt wird.

Wenn das die Werte sind, die in einem Kindergarten vermittelt werden, dann kann ich keines meiner Kinder guten Gewissens in dieses Haßtraining schicken. Denn das sind nicht meine Werte. Ich will auf andere Menschen zugehen, egal, wie oft ich sie sehe.

Kindergarten – Tag der offenen Tür

Ich bin voll gefrustet. Ist Deutschland wirklich so?

Ich dachte, es wäre schön, dass Chopper (wenn er will) ein paar Tage in den Kindergarten kann. Vielleicht Dienstag oder Donnerstag von 12-16 Uhr oder so… Halt wenn er mit anderen Kindern spielen will, da ja alle Kinder in diesen Institutionen verwahrt werden – und die Straßen meistens wie lehrgefegt sind. Ich muss an das alte Lied denken: Boys and Girls come out to play – the moon doth shine as bright as day…

Davon sind wir aber weit entfernt… keine Kinder sind auf den Straßen; nur noch in diesen Kindergärten.

Also, gesagt, getan, ich geh also mit Chopper zu zwei Kindercontainern.

Dort erfahre ich:

Man MUSSS die Kinder JEDEN Tag von 8 – 12 UHR zwingend dort haben. Ansonsten geht nix. GESETZLICH VORGESCHRIEBEN. Keine Wahl. Sonst erfüllt man das Bayerische Förder – und Fremdbestimmungsprogramm für Nachwuchsvollpfosten nicht.

Ich bin echt wütend. So unflexibel. Und dann noch das Anmeldeverfahren. Eher ein Losverfahren – wer „Glück“ hat kriegt einen von den heiß begehrten Kindergartenplätzen. Und man darf die Zettel nur in Anwesenheit der Kindergartenchefin ausfüllen. Oder im Kreisverwaltungsreferat oder in einem anderen Planwirtschaftlichen Zentralinstitut. Ich habe keinen Bock mehr auf diese DDR in Ausbildung.

Die Mauer ist nicht weg. Wir tragen sie in uns.

(Ich kann mich ja an eine Privatinitiative wenden… allerdings haben diese in München ungefähr 12 qm zur Verfügung, sind superteuer und wahrscheinlich denselben Gesetzen unterworfen, damit sie überhaupt ein bisschen Förderung bekommen)

Wer hat dieser Regierung eigentlich Deutschland übereignet?