Heute hat Chopper angefangen ganze Absätze vor zu lesen und am Ende jedes Absatzes hat er sich total gefreut.

Zusätzlich hat er sie immer mit sehr seltsamen Beobachtungen kommentiert: “Ich lese so krass wie Feuer” oder “Da wirst Du echt wütend” (???) oder “Da wird Dir richtig übel” (da konnte ich mir nicht verkneifen zu sagen, dass ich 3 Tage lang kotzen werde :) – er meinte dann: Nicht wirklich (was es wohl traf)).

Irgendwann blätterte er vor und sagte: Wenn ich bis dahin lesen kann, dann wird das echt krass sein. (und freute sich)

Er war richtig froh. Ganz am Anfang, im ersten Absatz den er an sich riss, wollte ich die 2.te Zeile lesen, doch er empörte sich sofort, verbot mir zu lesen und fing noch mal von vorne an.

Ich denke, jetzt dauert es noch zwei oder 3 Wochen und er erreicht das Stadium mit dem ich ein routinierter Leser geworden bin: Mit Comics! (von da an dauert es noch 4-6 Jahre bis zu Adorno, aber das hat noch Zeit :) )

Zusätzlich hat er heute angefangen einen Salto zu üben. Nachdem Nami das Stockbett erfolgreich umgebaut hatte und nun immer vom ersten Stock, die Matratze runter in das Erdgeschoss rutschte, fingen beide an Purzelbäume hinunter zu machen. Und ich musste dann ein Video von einem Salto auf Youtube raussuchen. Und zusammen entwickelten wir dann verschiedene Stufen, wie man sich von einem Purzelbaum einem Salto nähert. Morgen ist ja sowieso Zirkus-Training, da kann er dann in die Akrobatik-Gruppe (wenn er mag).

Morgen ist auch Sanjis erster Geburtstag; Chopper hat heute schon den ganzen Tag Karten gemalt, gebastelt und beschriftet. Ich bin wirklich gespannt.

Es ist unglaublich wie Kinder sich übers Lesen lernen freuen und wie es sich in ihr Lebenskontinuum einfügt, wenn man es einfach nur begleitet und nicht forciert (über’s forcieren bin ich mittlerweile gottseidank ziemlich hinweg). Aber so ein bisschen rumlehrern kann man sich wohl beim ersten Kind nicht verkneifen; besonders wenn das Konzept Unschooling und Vertrauen in die natürliche Entwicklung der eigenen Kultur so fremd und unglaubwürdig erscheint.

So nach 5-6 Monaten (gefühlte 5 Jahre) bei der Piratenpartei ist es Zeit ein Resümee zu ziehen.

Die Piratenpartei, die damit wirbt, dass “Freiheit statt Angst” herrschen sollte und Überwachung schlecht ist, da es keine Terroristen im Land gäbe – oder zumindest erst einmal die Unschuldsvermutung anzunehmen ist, zeigt sich sobald die Schulpflicht aufs Tablet kommt von einer ganz anderen Seite:

  • Überall sind fundamentale Christen – oder schlimmer!
  • Überall werden Al-Kaida-Camp/Schule gegründet werden!
  • Eltern werden sofort anfangen ihre Kinder erbarmungslos abzuschotten, isolieren, indoktrinieren, malträtieren und auf die Felder (oder zu H&M) zum arbeiten schicken!
  • Schulpflicht ist größte Errungenschaft seit der Entdeckung der Kartoffel!
  • Individualzombies werden entstehen, statt für’s BIP notwendige Fabrik- und Wissensarbeiter!
  • Wolkenkuckusheim!

Selbst wenn wissenschaftliche Studien angebracht werden, die blankweg das Gegenteil fundieren werden auf einmal alle wissenschaftlichen Grundsätze fallen gelassen.

Selbst wenn Artikel im Grundgesetz angebracht werden und deren Aufhebung durch Schulgesetze (wie z.B. BayEUG) schwarz auf weiß zitiert werden, kommt der Einwand, dass auch verurteilte Verbrecher nicht den ganzen Schutz des GGs genießen. Ja, kurzum Eltern sind nicht nur schlimmer als Verbrecher, sie sind auch schlimmer als Terroristen. Und das faule Kinderpack, das sowieso nichts lernen will sondern lieber Wii spielt, sowieso.

Selbst Beweise und das Sehen mit den eigenen Augen können die meisten Piraten nicht überzeugen. Es ist wie im Mittelalter, als man den ganzen Tag den horizontalen Horizont vor Augen hatte und ihn auf Bildern doch stets vertikal malte.

Überall scheinen dort Schupflis zu sein, das Ansprechen der Asyl-Genehmigung der Romeikes brachte nicht sofort die Bollwerke der Bürgerrechtspartei zum donnern, sondern veranlasste Diskussionen über Guantamo und die Todesstrafe. Fazit: Die USA brauchen nicht reden – die haben Guantanamo – wir haben die Schulpflicht.

Das ganze gipfelt in einer Liebeserklärung an die Schulpflicht:

Die NRW-Piraten sprechen sich für eine Beibehaltung der bestehenden allgemeinen Schulpflicht aus. Die Teilnahme am Schulunterricht sichert, dass Kinder und Jugendliche die Grundlagen einer gleichberechtigten, demokratischen, pluralistischen Gesellschaft kennenlernen, und in Form von Mitschülern, Lehrern und sonstigen Betreuern Ansprechpartner für Fragestellungen und Probleme finden, die von den Lebensentwürfe der Eltern oder dem sozialen Umfeld abgelehnt oder tabuisiert würden. Im Rahmen des Schulbesuchs ist den Kindern und Jugendlichen transparent zu machen, wie sie ihren eigenen Bildungsweg gegebenenfalls auch unabhängig von den Elternwünschen gestalten können.

Wer so staatsgläubig ist, dem kann man nicht mehr helfen. Die Zensur im Internet wird bekämpft, aber es wird vergessen, dass die staatliche Indoktrination schon die nächste Generation an Internet-Misstrauern erzeugt:

Ansonsten holten sich die Schulen aber auch immer häufiger Gastreferenten (z.B. Internetfahnder) in die Schule, damit diese vor Schülern die Gefahren des Internets demonstrieren.”

Bald wird das Internet in den Köpfen der dann Erwachsenen eine genauso große Gefahr darstellen, wie die freie Bildung es heute tut. Man wird sich ein unzensiertes Internet gar nicht mehr vorstellen können. Falls dann eine neue Partei entsteht, wird diese analog zur heutigen Piratenpartei zwar Freiheit für irgendeinen Nebenschauplatz fordern (z.B. Avatare in Chatrooms), aber caesaro-papistisch die Internet-Zensur gar nicht mehr in Frage stellen. Auch sie wird dann zu den größten Errungenschaften der Menschheit gehören, ohne die sich niemand frei ins Internet wagen kann. Sie werden statt freieren Menschen einfach mehr Konformin für alle beanspruchen. Und wenn das nicht hilft, noch mehr Konformin – denn auf keinen Fall dürfen die Kinder reicher Eltern einen Konformin-Vorsprung gegenüber der Arbeiterklasse haben.

Und das ist das Problem der ganzen Reformer, sie vergessen das zugrunde liegende Problem anzugreifen. Die ultimative Zensur – die Indoktrination von Kindesalter an. Die Ausbildung an das aktuelle Staatsdogma zu glauben, das egal ob China, Russland oder Deutschland uniform in den Schulen verbreitet wird und denen die Lehrer sogar hilflos ausgeliefert sind, solange sie sich an zentral vorgeschriebene Lehrpläne halten müssen. Denn dort steht – und die leistungsbewusste Mittelschicht wird das einklagen – drinnen, was richtig und was falsch ist und welches Wissen zu einer erfolgreichen Partizipation an der Gesellschaft berechtigt. Alle anderen, die es besser wissen (oder auch nur fühlen) werden aussortiert und kommen auf den Müllhaufen der Non-Konformisten.

Und so -dem Traum Johann Gottlieb Fichtes nach- braucht der Staat innerhalb einer Generation weder Polizei noch Militär, denn er hat Bürger, die ihre Fesseln verteidigen und selbst die größte kognitive Dissonanz überwinden nur um Sklaven bleiben zu dürfen.

Das Internet erschüttert diesen Traum Herrn Fichtes so gewaltig, wie es vorher nur der Buchdruck tat (der in Deutschland auch erst mal verboten wurde). Die Buchgesellschaft konnte man mit den Mitteln der Schule und der ununterbrochenen Beschallung durch zertifizierte Lehrkräfte mit zertifiziertem Stoff niederringen. Deswegen ist es wichtig in die Offensive zu gehen, die Schulpflicht und die Lehrpläne direkt anzugreifen, anstatt nur ein Rückzugsgefecht um Internetzensur zu führen.

In der Piratenpartei sind unglaublich viele Schupflis, vielleicht aufgrund des hohen “Ich habe gerade mein Abitur geschafft”-Anteils mehr als in der Restbevölkerung. Doch gibt es auch einige wenige, die sich gegen die Schulpflicht stellen (für die möchte ich meinen größten Respekt aussprechen, es ist nicht leicht über das deutsche Dogma hinaus zu denken – wer das schafft beweist nicht nur akademische Intelligenz sondern auch emotionale Stärke).

Edit: Ich bin mittlerweile gar nicht mehr so überzeugt davon, dass man die Schulpflicht in Deutschland auflösen sollte. Immer wenn in den USA ein Angriff auf Homeschooling vom Staat aus erfolgt, wird das mit dem Verweis auf die deutsche Schulpflicht niedergeschmettert. Vielleicht braucht die Welt das Bild des “faschistischen Deutschlands” als Gegenpol um daran zu sehen, wie ein vertikaler Horizont gegenüber einem horizontalen Horizont aussieht. Vielleicht sind wir ein Mahnmal an den Rest der Welt, keine Schulpflicht zu haben. Vielleicht sind die Leiden der deutschen Familien und die Flüchtlingsbewegung und die Verweigerung Kinder zu bekommen eine große Aufforderung an den Rest der Welt nicht denselben Fehler zu machen und eine Schulpflicht zu begehen. Auf der anderen Seite sind die Verbrechen, die im Namen der heiligen Kuh Schulpflicht begangen werden nicht zu ignorieren, ohne sein Gewissen zu kompromittieren, also werde ich wohl auch weiterhin gegen eine Schulpflicht in D sein (oder zumindest gegen JA und Polizei außer Rand und Band)

Vor 2 Tagen trat Josef Kraus der Präsident des Lehrerverbandes in den Ring um die Schulpflicht gegen Homeschooling zu verteidigen.

Auf der anderen Seite stand ein Richterspruch der Deutschland die systematische Verfolgung und Unterdrückung von Minderheiten bestätigte.

Und vor allem standen 2 Familien da, 2 Familien, deren Kinder ihr Glück ohne die Schule gefunden hatten – und die in der Schule unglücklich waren.

Diese beiden Familien standen aber nicht alleine, sie waren ein Symbol für Tausende Familien die Widerstand leisten – hunderte Familien, die ins Ausland flüchten und Millionen Familien, die unter dem Diktat einer Schule leiden der sie komplett ausgeliefert sind. Wo sie sich stets vergleichen müssen und Druck erleiden müssen und deren Lehrpläne auf obskure Weise zustande kommen – und in denen sie zu guter letzt selektiert werden und ihre Rolle in ihrem einzigartigen Leben zugewiesen bekommen. Und ihren Platz in der Pyramide der Hierarchie.

Josef Kraus brachte die alten Gründe an: Die Schulpflicht sei eine Errungenschaft der Zivilisation – Sie beschützt uns vor Sekten – Sie macht Moslems gefügig – Sie besiegt die Christenheit gegen die das römische Reich unterlag – Sie entzieht Kinder den Eltern und ihren schlechten Biographien; besonders die Biographien der Schulversager und HarzIVler könnten sich nicht auf die nächste Generation übertragen – und vor Allem sie installiert den neuen Staatsgott des Atheismus, in dessen Opferschale nur Statistiken gehören.

Doch alle dies war die Geschichte und der Traum einer Gesellschaft, die das goldene Zeitalter erreichen wollte und doch feststellen musste, dass Menschen eben Menschen sind. Er begehrt auf gegen die Natur mit dem dumpfen Wissen, dass er jeden Tag mehr zerstört als er jemals aufbauen kann. Ein zwölfstufiger Transformationsvorgang, der jeden Unedlen in reines Gold verwandeln sollte – fertig bereitet für eine bessere Welt.

Dieser Traum ist endgültig aus – die industrielle Massentransmutation von rohen Menschen in goldene Menschen schlägt fehl. Aber schlimmer noch – wie einst König Midas erfahren musste – brauchen die Menschen mehr als Gold. Es braucht eben von allem etwas um eine Welt zu formen. Ein goldenes Zeitalter kann nur mit echten Individuen und echten Menschen erreicht werden und nicht mit einer Horde entfremdeter All-Gemein-Wisser.

Der Schupfli Josef Kraus saß in seinem Sitz und schrie sein Unwissen und seine Unfähigkeit der Bevölkerung entgegen: Ich kenne keine andere Möglichkeit als alle Kinder in die Schule zu zwingen. Ich kann mir keine andere Möglichkeit vorstellen als die Menschen gegen ihren Willen zu zwingen.

Doch am Ende blieb nur ein Mann, der auszog um nichts zu bewegen; ohne Visionen mit einer Politik ohne Zukunft – und einer Lösung, die gescheitert ist. Das einzige was ihm übrig bleibt ist ein Rückzugsgefecht, in dem er versucht die Massen an Mäusen zu beruhigen, die ihm noch zuhören; und den trostlosen Ideen aus einer längst verdrängten Vergangenheit die Neugierde und Freiheit ihrer Kinder opfern. Bis diese Kinder eines Tages dann auch allen Menschen, die nach Freiheit ringen, zornig entgegen rufen: “Dann geht doch! Wir sind hier und wir können nicht gehen… denn, obwohl wir hier alle Macht haben, sind wir doch woanders nichts.”


To A Mouse
by Robert Burns
Wee, sleeket, cowran, tim'rous beastie,
O, what panic's in thy breastie!
Thou need na start awa sae hasty,
Wi' bickering brattle!
I wad be laith to rin an' chase thee,
Wi' murd'ring pattle!

I'm truly sorry Man's dominion 
Has broken Nature's social union, 
An' justifies that ill opinion, 
Which makes thee startle, 
At me, thy poor, earth-born companion, 
An' fellow-mortal!

I doubt na, whyles, but thou may thieve; 
What then? poor beastie, thou maun live! 
A daimen-icker in a thrave 'S a sma' request: 
I'll get a blessin wi' the lave, 
An' never miss't!


Thy wee-bit housie, too, in ruin! 
It's silly wa's the win's are strewin! 
An' naething, now, to big a new ane, 
O' foggage green! 
An' bleak December's winds ensuin, 
Baith snell an' keen!

 

Thou saw the fields laid bare an' wast, 
An' weary Winter comin fast, 
An' cozie here, beneath the blast, 
Thou thought to dwell, 
Till crash! the cruel coulter past 
Out thro' thy cell.

 

That wee-bit heap o' leaves an' stibble, 
Has cost thee monie a weary nibble! 
Now thou's turn'd out, for a' thy trouble, 
But house or hald. 
To thole the Winter's sleety dribble, 
An' cranreuch cauld!

 

But Mousie, thou are no thy-lane, 
In proving foresight may be vain: 
The best laid schemes o' Mice an' Men, 
Gang aft agley, 
An' lea'e us nought but grief an' pain, 
For promis'd joy!

 

Still, thou art blest, compar'd wi' me! 
The present only toucheth thee: 
But Och! I backward cast my e'e, 
On prospects drear! 
An' forward, tho' I canna see, 
I guess an' fear!

 

Nachdem der Schupfli Josef Kraus gestern gezeigt hat, wie wenig er sich vorstellen kann, will ich hier mal zeigen, wie Bildung ohne Schule aussehen könnte:

1. Die Leute, die ihre Kinder nicht zur Schule “schicken” *und* sie qualitativ hochwertig zu Hause unterrichten – die bekommen das Schulgeld einfach in Bar oder nach dem kanadischen Modell (hier bekommt es die Schule, unterstützt die Kinder aus der Ferne und gibt den Eltern die Hälfte).
Die Qualität wird wie in Frankreich geprüft (dort macht man jedes Jahr eine Prüfung über 4 Stunden zu Hause beim Kind) oder wie in Kanada (da macht das die kooperierende Schule nach eigenem Konzept).
Ich denke dieses würde vielen, besonders aus der Unterschicht helfen – dieses Modell in Anspruch nehmen zu können.
2. Die Geldfrage ist eigentlich immens – jetzt hat Homeschooling jedoch den Vorteil, dass man daraus sehr viel Freude schöpfen kann und sich langsam unabhängig von dem Konsum machen kann. Man verbraucht also viel weniger Geld und lernt bescheidenere Freuden zu genießen. Oder findet andere Wege
3. Qualifikation: Dieses ist ein anderes Thema. Hier gibt es aber mittlerweile im Internet so viel Hilfe, dass man dieses abhaken kann. Die Eltern brauchen diese Kompetenzen in Wahrheit nicht. Wichtig ist aber: Ein ehrliches und offenes Interesse am Kind. (Das ist eigentlich das Wichtigste)
4. Staatliche Hilfe: Man könnte diesen Eltern auch staatlich beistehen. (Man bedenke, die Schule kostet ca. 500€ mtl/Kind) . Homeschooling-Starter-Paket (CDs, DVDs, Internet-Adressen, Mitgliedschaft in einer Fernschule (z.B. Clonlara), Büchereiausweis)
5. Schule ohne Mauern: Man könnte Stadtteillehrer bereitstellen, der die Kinder auf Anfrage besucht oder der in einem Nieder-Schwelligen-Angebot zur Verfügung steht (z.B. hier Maulwurfshausen oder Kinder- und Jugendfarm; Mini-München).
6. Man könnte die nieder-schwelligen Angebote einfach ab 8 Uhr öffnen und besser ausstatten, so dass viel mehr Menschen Homeschooling machen können (Home bedeutet nicht Haus, sondern die ganze Umgebung, Nachbarschaft). In diese Angebote könnten Kinder dann auch außerhalb der Schulzeiten ausweichen.
Es ist unglaublich, was man alles tun könnte, wenn man sich von der Schulpflicht befreit. Dann öffnet sich ein großes Feld voller Lösungen, die wir aktuell alle verbieten – bloß weil wir uns von einem antiquierten Gedanken nicht lösen können.
Interessantes Beispiel sind auch die Eltern-Kind-Koops dort schließen sich Eltern zusammen, und arbeiten, erziehen, helfen und entlasten sich gegenseitig. Das sind also gut ausgestattete Büros mit Spielräumen und Grünfläche.
Noch ein Punkt: Eltern, bei denen man sich nicht sicher ist, ob sie das Geld auch wirklich in die Bildung investieren könnte man am Anfang engmaschiger Kontrollieren. Oder einen erfahrenen Homeschooler zur Seite stellen (da gibt es ja mittlerweile genug in D), der ihnen beiseite steht und es im Umkehrschluss aber auch meldet, wenn er sieht, dass die Eltern kein Interesse an der Bildung ihrer Kinder haben.
Im Gegenzug werden natürlich die Kontrollen grobmaschiger, wenn der Staat sieht, dass die Kinder blühen und gedeihen.

 

In der deutschen Presse wurden die Romeikes und ihr Asylantrag durchweg als religiös motiviert gebrandmarkt (zur Erklärung: das ist in Deutschland schlimm – religiös ist ein Schimpfwort und assoziiert hier ungefähr: verblendet, fundamentalistisch, sektiererisch, hinterwäldlerisch, isolierend, weltfeindlich, körperfeindlich, menschenfeindlich)

Hier also ein paar Zitate aus dem Asylverfahren:

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Herr Spiegler ist ein sehr schlauer Mann, er hat erkannt, wofür wir kämpfen (eigentlich wollte ich das als Schlusswort, aber da der Artikel sehr lang ist, bringe ich es hier):

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So und jetzt schauen wir mal, ob die Gruppe wegen ihrer religiösen Gründe verfolgt wird:

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Und jetzt kommen wir zu konkreten Maßnahmen und Bedrohungen durch den “Freund und Helfershelfer”

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Leider geht man in Deutschland aber noch viel weiter. Hier kennt man nichts. Für das Schulwohl ist den Kultus-Hohepriestern kein Menschenopfer zu gering:

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Der nächste Absatz ist sehr wichtig, er beschreibt nicht nur, was hier in Deutschland mittlerweile mehrmals geschehen ist. Entführung der Kinder für mehrere Monate – und geschlossene psychiatrische Behandlung, genau vor diesem Damoklesschwert fliehen wir auch.

Zusätzlich sagt er die Motivationen: Gewissen, Elternrecht (gibt es in Deutschland nicht, wissen wir mittlerweile) und Freiheit der Wahl des Bildungsweges (nicht des Schulweges):

 

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Jetzt geht’s zu den Geldstrafen:

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seize their property= Zwangsenteignung!!!!

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Als nächstes hoffen sie auf einen deutschen Richter, der Verständnis dafür haben soll, dass Kinder nicht in die Schule sollen… da muss ich schmunzeln (wenn es nicht so traurig wäre, wie wenig blind Justizia hier ihr Schwert auf Menschen einschlägt):

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Flucht ist das einzige, was hier noch hilft. Gut gemacht Romeikes. Leider gelingt es nicht allen die Freizügigkeit in Anspruch zu nehmen.. viele sind durch ihren Arbeitsplatz oder Krankheit hier festgenagelt und müssen jedes Unrecht über sich ergehen lassen (mit dem Verweis, sie können ja auswandern).

So und was muss man nun erfüllen um Asyl zu bekommen?

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In diesem Falle, geht es eindeutig um eine “social group”. Alles andere hätten sie auch nicht durchgekriegt, denn evangelikale Christen werden in Deutschland nicht verfolgt – wenn sie ihre Kinder in die Schule schicken. Aber Hindus bis Atheisten werden verfolgt, wenn sie ihre Kinder nicht in die Schule schicken.

Das ist der springende Punkt, auch wenn die deutsche Presse sich auf den Punkt konzentriert, der für den deutschen Normalo wohl der größte Skandal ist: Religion ist immer schlimm! Außer an Weihnachten…

Hier also das Argument nochmal ausbuchstabiert:

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Social group / political opinion! (Religion wird hier also nicht ins Spiel gebracht liebe Hobby-Journalisten)

Das wird dann nochmal wiederholt:

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Und noch mal:

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Also wer in den USA Asyl sucht kann sich also auf: religiöse, politische, soziale (z.B. die Sozialisation in deutschen Schule), akademische (wobei Schulen eigentlich nicht akademisch sind, dafür aber die Leistungen von Homeschoolern :) ), oder Gewissens Gründe.

Die Romeikes gehören also zur sozialen Gruppe der Homeschooler. Ihre religiösen und Gewissensgründe sind so fundamental für ihre Identität, dass man sie nicht zwingen sollte diese ändern zu müssen:

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Ich möchte jetzt mal ein klares Bekenntnis von unserer “pluralistischen Regierung” zur Religionsfreiheit. Ganz unabhängig von den Romeikes und den Homeschoolern. Wenn sie die aber abschaffen wollen, dann sollen sie das tun. Aber ich will nicht, dass hier durch die Hintertür der Atheismus als Staatsreligion eingeführt wird. Das hat man schon während der französischen Revolution versucht.

Und witzigerweise haben uns die deutschen Kultusbeamten selbst als Gruppe gebrandmarkt, die sie aus bestimmten Gründen verfolgen:

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Wir sind nämlich eine bedrohliche Parallelgesellschaft: Eltern, die sich um ihre eigenen Kinder kümmern!!! (wir sind also unabhängig von bildungspolitischen Heilsversprechen, weil wir Bücher einfach selber lesen – das ist wahrhaftig gefährlich, das gebe ich zu).

So und noch mal zur sozialen Gruppe der Homeschooler:

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Und was macht eine politisch verfolgte Gruppe aus:

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(man muss dazu sagen, dass Deutschland schon von mehreren US-Bundesstaaten verwarnt wurde).

Die blödeste Antwort, die Deutschland immer geben konnte war: Ihr habts voi aber die Todesstrafe, und weil ihr Unrecht tut, dürfen wir auch Unrecht tun. q.e.d.

Jetzt kommt der Punkt, an dem man sieht, dass hier in Deutschland mehr dahinter steckt, als dass man Kinder beschützen will:

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Das stimmt, wir wohnen in der Nähe von Neuperlach (ein “sozialer Brennpunkt”). Schulschwänzer (auch permanente) werden beklagt, aber das war es dann (und Law-And-Order-Populisten beschwören Kindergeldkürzungen).

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Es wird also ein “in terrorem”-Effekt auf uns ausgeübt. Und das gelingt unserer Regierung auch ziemlich gut. Letzten Sommer hatte ich richtig Angst vor der Polizei, besonders, als diese jeden Tag vor unserer Wohnung langsam vorbei fuhr und kurz anhielt. Ich fand dann heraus, dass wir eine Polizistin als Nachbarin hatten und die Kollegen sie nur nach der Schicht abluden.

Darf der Staat eigentlich Terror ausüben? (Nun ja, er scheint zumindest Steuer-Erpressungen mitzumachen)

Leider dauern Beweisführungen ewig, also geht es mit Herrn Romeikes politischer Meinung weiter (meiner Meinung nach hätte man Mrs. Romeike auch dazu nehmen sollen):

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Diesen Absatz finde ich interessant, er beschäftigt sich mit der seiner religiösen Sicht. Diese Sicht schreibt ihm aber (in dem Asyl-begründenden Text) keinen extra Lehrplan zu (viel Reli, kein Darwin, keine Pornos), sondern bezieht sich auf seine Auffassung seiner Vaterrolle. In diesem Falle nämlich, dass er seinen Kindern eine gute Ausbildung geben will (wie praktisch alle Homeschooler). Dieses leitet sich also indirekt aus seinen religiösen Überzeugungen ab.

Die Tatsache, dass die gute Bildung den deutschen Staat nicht interessiert ist hier ein Indikator, dass es um eine politische Verfolgung geht – keine “bildnerische”.

Nächster Punkt ist die massive Unverhältnismäßigkeit der Strafen und Drohungen:

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Hier geht es wieder um die politische Verfolgung und das Ausmerzen von Parallelgesellschaften (das wir deutschen einfach nicht aus unserer Geschichte lernen wollen – liegt wahrscheinlich am miesen und oberflächlichen Geschichtsunterricht :) )

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Hier geht es nun um die Abweichung im Lehrplan – der deutsche Lehrplan enthält “Werte und Überzeugungen über alle Lebensbereiche. Das Curriculum signalisiert implizit oder explizit welche gut und welche böse sind”. Hier möchte ich ein kleines Beispiel bringen, damit wir mal weg vom drögen Darwin kommen (der halbgebildete Fetischismus langweilt mich nämlich): Die sog. Rekapitulationstheorie beschreibt, dass der Mensch als kleines Froschkaulquappchen geboren wird und sich dann entlang der Evolutionslinie zum menschlichen Baby entwickelt (die Ontogenese ist eine geraffte Wiederholung der Phylogenese). Das stimmt nicht. Man ist sofort Mensch, die Theorie ist uralt und überholt. Ich denke sie wird aufrecht gehalten um die Abtreibung in den ersten 3 Monaten ethisch zu rechtfertigen. (Mir wäre eine ehrliche Rechtfertigung lieber, als eine, die auf Verblödung und Halbwissen beruht, aber das muss der Staat für seine Schulen entscheiden):

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Anybody who disagrees is wrong.

Jetzt geht es um einen anderen Fall, der die Vorverurteilung von Homeschoolern in der BRD besonders deutlich macht:

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Das letzte ist besonders hart. Ich habe von Fällen gehört (von Leuten, denen ich vertraue), da wurde mit einem Reisebus und Polizei vorgefahren und die Kinder wieder nach Deutschland gebracht. (Wie krank kann man überhaupt sein? Aber Schulwohl geht über Kindeswohl)

(bis Seite 17)

Der Rest bringt dann auch nicht mehr viel Neues – aber ziemlich schockierendes. Andere Fälle von Verfolgung werden aufgezeigt, dass Herr Romeike niemals Straftaten begangen hat, oder schon einmal Asyl in den USA beantragt hat, dass man ihn – im Falle eine Asylverweigerung – nicht ausweisen solle, usw (eher Formalia)

…davor soll uns ja die Schulpflicht schützen.

Ich will hier einfach mal ein paar Fakten nennen.

Der Chef über allen

Zuerst aus dem Lebenslauf unseres verehrten Kultstussministers Ludwig Spaenle (Quelle):

Nach seinem Abitur am Wilhelmsgymnasium 1980 studierte Spaenle Geschichte und Katholische Theologie in München. 1989 wurde er zum Dr. phil. promoviert.

Mitglied im Kuratorium der Hochschule für Philosophie der Jesuiten (Jesuiten glauben alles was der Papst sagt)

Mitglied der katholischen bayerischen Studentenverbindung K.B.St.V. Rhaetia und Mitglied im Katholikenrat der Region München.

Das Ministerium

Nun zum Wort “Kultus” an sich, dessen Ministerium alle Kinder in die Schule zwingt (wenn nötig mit nicht ganz so christlicher, demokratischer Polizeigewalt) (Quelle Wikipedia):

Der Begriff Kultus steht für kirchliche Angelegenheiten, was historisch gesehen die Kernaufgabe eines Kultusministeriums war. Diese Kompetenz wurde meist um das Schulwesen ergänzt, das lange unter kirchlicher Aufsicht stand.

Kult (v. lat.cultus [deorum] = Götterverehrung, aus colere [im PPP cultum] = anbauen, pflegen), auch Kultus, umfasst die Gesamtheit aller religiöser Praxis. Das abgeleitete Adjektiv lautet kultisch – im Gegensatz zum slanghaften kultig als Adjektiv zu Kultstatus.

Obwohl der Begriff Kult im Allgemeinen für die Bezeichnung von religiösen/spirituellen Handlungen benutzt wird, wird er in der Alltagssprache weiter gefasst und auch auf andere Arten von ritualisierten Handlungen angewandt. Ein Kult umfasst in jedem Fall folgende drei Aspekte:

  • ein Objekt (um das sich der Kult dreht) (na, was könnte dieses Objekt wohl sein)
  • eine Gruppe von Individuen (die diesen ausführen)  (die Hohepriester mit dem geheimen Lehrplanwissen, der nur von ihnen vermittelt werden darf)
  • eine Reihe mehr oder weniger ritualisierter Handlungen (Schultüte, Zeugnisse, Hausaufgaben, Noten, Tests, ein Gong alle 45 Minuten, harte Tische, harte Stühle, …)

GEW und Konsorten

Nun, das alles ist eigentlich gar nicht schlimm. Denn zwischen dem Kultstussministerium und den Schülern gibt es ja immer noch die Lehrer. Viele Lehrer sind in der GEW organisiert. Der Gewerkschaft für Erziehung und Wirtschaft… äh Wissenschaft. Das Wort Bildung kommt selbstverständlich darin nicht vor, denn es geht ja um den staatlichen Erziehungsauftrag zum konformen Untertan.

Die GEW fälschte den Bericht des UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Bildung Vernor Muñoz um zu vertuschen, dass Homeschooling doch bitte baldmöglichst umzusetzen wäre. Das ist Wissenschaft, wie man sie sich wünscht. Und die Werte dieser Erziehung möchte ich nicht teilen.

Schauen wir uns also den Lehrerverband an und seinen illustren Chef:

Josef Kraus

Er bezeichnete, auf seine diplomatische Art den UNO-Querulanten aus Costa Rica (ach so – Costa Rica, na dann sind seine Erkenntnisse ja wertlos, wir wissen ja alle, dass die in ihren Unis nur über die Verteilung von Kokosnüssen zwischen sich und den Affen lehren und erforschen)

Als wäre das nicht genug, spricht Herr Kraus im nächsten Abschnitt in adrettem braun weiter und gibt auch noch zu, dass er seine Frau grimmig, aber souverän ignoriert:

Im Privatleben würde man über dergleichen Nörgeleien grimmig-souverän hinweggehen. Hier aber geht es um ein öffentlich massenhaft verbreitetes und von so manchem Ghostwriter flankiertes Querulantentum. Deutschland auf dem Niveau von Drittländern? Da ist offensive Widerrede patriotische Pflicht.

Und natürlich Spott über Länder, die nicht so im Überfluss leben ist auch immer hipp:

Warum kümmert er sich nicht um Länder, in denen Menschenrechte und Bildung wirklich darniederliegen? Warum kümmert er sich nicht um sein eigenes Land? Costa Rica hat jedenfalls eine Schulpflicht nur für die Sechs- bis Zwölfjährigen. Deshalb konnte es an der PISA-Testung auch nicht teilnehmen, denn bei PISA werden Fünfzehnjährige getestet.

Am Ende gibt Herr Kraus Auskunft über seinen Bildungsstand:

Seit der Weimarer Republik gibt es in Deutschland die Schulpflicht und mit ihr die staatlichen Lehrpläne, an die sich alle Schulen halten. [Klar, die Weimarer Republik stand 1938 ja in ihrer Blüte].

Neun Jahre müssen Kinder eine Schule besuchen, mit dem 18. Lebensjahr endet die Schulpflicht. [Einschulung mit 6 + 9 Jahre= 15; sie endet aber erst mit 18 - sehr verwirrend diese Pipi-Langstrumpf Mathematik]

“Die Schulpflicht ist eine der größten sozialpolitischen Errungenschaften, die es gibt”, sagt Lehrerverbandschef Josef Kraus. [Herr Kraus meint eigentlich die Beschulungspflicht des Staates - aber Verdrehungen sind ein Hobby der Lobby]

“Die Schulpflicht macht Bildung unabhängig vom Geldbeutel der Eltern.” [Ich dachte immer Rechte, Geld oder ein kostenloses Angebot machen unabhängig vom Geldbeutel der Eltern; bei Josef sind es die Pflichten - na hoffentlich wird er nicht bald Arbeitsminister]

Eltern seien außerdem nicht in der Lage, ihre Kinder so umfassend zu bilden wie Schulen.[Ein Drittel der Kinder wird aussortiert, das müssten sogar die Eltern schaffen, die Herr Kraus sich zusammen phantasiert]

Kraus’ Meinung über die Familie Romeike: “Die Eltern verbauen ihren Kindern große Teile ihrer Zukunft.” [Genau, individuelle Förderung und Interesse am Lernenden und seinen Interessen sind die schlechtesten Voraussetzungen für einen Start ins Leben]

Ich gehe davon aus, dass Kraus die Studien zum Homeschooling kennt und auch die ungefähren Daten der Weimarer Republik. Er scheint also zu lügen um seinem Verband Privilegien zu erhalten. Ist ja auch sein Job. Aber dass er dann auch noch seine Frau ignoriert – heieiei.

…………..

Am Ende will ich noch sagen, dass die Religionsfreiheit die große Errungenschaft ist. Sie beendete jahrzehntelange Kriege um den richtigen Gott. Aber dafür müsste man ein Geschichtsbuch aufschlagen… eines, das nicht von der GEW übersetzt wurde oder von der Lehrergewerkschaft als Fremdbeschäftigung klassifiziert worden wäre.

Bildung gibt es in Deutschland bis auf weiteres nicht.

(jaja, ein Zitat :) )

[wenn] es gestattet ist, um der Sicherheit der Vielen willen einen Unschuldigen zu opfern [sei das] eine der abscheulichsten, die je von einer Tyrannei ersonnen wurde; die falscheste, die man vorschlagen könnte; die gefährlichste, die man akzeptieren könnte; diejenige, die am direktesten im Widerspruch zu den grundlegenden Gesetzen der Gesellschaft steht”

und weiter

“Statt dass einer für alle sterben soll, stehen alle mit ihren Werten und ihrem Leben für die Verteidigung jedes einzelnen von ihnen ein, damit die Ohnmacht des einzelnen stets durch öffentliche Gewalt und jeder Staatsangehörige durch den ganzen Staat beschützt werde.”

(Über den Gesellschaftsvertrag)

vorab möchte ich sagen, dass dieses nicht meine Meinung ist sondern eine Persiflage auf die aktuellen Ereignisse und deutschen Antworten des deutschen Journalismus auf die Geschehnisse um die Familie Romeike. Mir geht es darum aufzuzeigen, wie gefährlich die Argumentation hier teilweise ist und auf welch dünnem Eis sie sich bewegt. Ich schätze alle Glaubensrichtungen und Verurteile Mord, Gewalt – auch und besonders wenn sie vom Staat ausgeht, dem die meisten Menschen ohnmächtig gegenüberstehen. Auch möchte ich damit aufzeigen, wie wenig die Menschen aus ihrer Geschichte gelernt haben.

Konkret handelt es sich um diesen Artikel bei der Zeit, bitte vorher lesen. Genug der Vorworte, jetzt geht es los (leider) :

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Die Juden schaden ihren Kindern  (1. November 1938)

Die Juden haben einen Glauben, den die deutsche Nation nicht teilt. Die Wertevermittlung der deutschen Leitkultur akzeptieren sie nicht.

Für ihre Vorstellung von Kindeswohl haben die Juden in Kauf genommen, dass der Nachwuchs mit ihnen zusammen in das Konzentrationslager in Dachau gebracht wurde. Anstatt sich freiwillig dorthin zu begeben, mussten die Kinder miterleben, wie sie von der Polizei aus ihren Häusern entfernt wurden, so riskierten die Juden in verantwortungsloser Weise eine Traumatisierung ihrer Kinder. Was das für die Kinder bedeutete, mag man sich nicht ausmalen. Ausmalen will man sich auch nicht, welche Spuren die Flucht mancher Juden in die USA hinterließ.

Das Gefühl, nicht gewollt zu werden, gar verfolgt zu sein, kennen deren Kinder lange. So ehrenwert der Glaube der Juden  ist, so übertrieben mutet die Reaktion der USA an. Juden erhalten nun politisches Asyl in den USA.

Lange war es für Juden in Deutschland schwierig, Kinder zur Adoption an Arier-Eltern freigeben zu lassen, die den Glauben haben, den der Führer vorschreibt. Der Individualisierung der Lebensentwürfe wird der Faschismus noch nicht gerecht. Doch gerade in den vergangenen Jahren hat sich viel bewegt und wir steuern auf einen glorreichen Sieg zu.

Warum haben die Juden ihren Kindern nicht vieles erspart und hierzulande lange genug nach passenden Eltern gesucht?

Es bleibt der Verdacht, dass die Juden nicht nur idealisieren, was Pluralismus sein kann, sondern auch, was Gesellschaft sein muss. Mehr Gelassenheit werden sie auch in Tennessee brauchen.

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Ich möchte hier nicht die Leiden, des jüdischen Volkes in Deutschland während des 2.ten Weltkrieges herunterspielen oder auf die gleiche Ebene oder Intensität der politischen Verfolgung der Romeikes setzen. Ich will nur den Deutschen Artiklern einen Spiegel vorhalten, damit sie gesellschaftliche Kräfte nicht wieder in dieselbe politische Sackgasse ziehen, die sie schon einmal erreicht hatten. Es ist schlimm was geschehen ist, und wir sollten aus den Fehlern endlich lernen. Ein Band des Schweigens darüber zu legen ist der erste Schritt einen Schleier des Vergessens zu erzeugen. Mir ist es wichtig die Ähnlichkeit der Argumentation herauszuarbeiten.

Ich hoffe mit meinen Warnungen nicht die zu beleidigen die damals gelitten haben, sondern die aufzurütteln, die aktuell von “angeblicher Verfolgung” und einem “höheren Gut” schreiben. Religionsfreiheit ist eine demokratische Errungenschaft, nicht die Schulpflicht – diese wurde in Deutschland von Adolf Hitler eingeführt und in den USA um die Schwarzen von hohen Posten fernzuhalten. Ihr Vater war Gottlieb Fichte, der von Bertrand Russel der Vater des Faschismus genannt wurde. (siehe Die geistigen Väter des Faschismus in Reclam: Bertrand Russell: Philosophische und politische Aufsätze S.115 ff)

Die USA hat mittlerweile die Schulpflicht der Versammlungsfreiheit, den Menschenrechten und der Religionsfreiheit geopfert. Deutschland klammert sich daran und die Begründungen werden von Tag zu Tag gefährlicher.

Ich habe diesen Artikel so geschrieben, weil ich in der letzten Zeit von mehreren Gruppen ausgeschlossen und gebrandmarkt wurde. Diese Gruppen hatten meine Schulverweigerung als einzigen Punkt für den Ausschluss (und heftige Beschimpfungen). Es liefen organisierte Hetzkampagnen gegen eine Gruppe von Schulverweigerern über mehrere Monate. Die Artikel, die ich im Zusammenhang mit den Romeikes gefunden habe, die Kommentare auf diese Artikeln sind nur die Spitze des deutschen Eisberges.

Hier ein Artikelreader – bitte auch die Kommentare lesen.

Hier noch ein “aufgeklärter” Blog der auch zeigt, wie tief das Unverständnis in Deutschland schon schneidet – die hoffen, dass die Familie wieder ausgewiesen wird, damit die USA und Deutschland doch ihre Kuschelbeziehungen weiterführen können (individuelle Schicksale stehen hinten an – wir wissen ja welche Ideologie das ist)

Wogegen ich mich auch damit aussprechen will ist “Die Bayerische Verfassung will mit der allgemeinen Schulpflicht alle Kinder und Jugendlichen gleichermaßen und umfassend in die Gesellschaft eingliedern. Dies ist eine der großen emanzipatorischen und demokratischen Entwicklungen des 19. Jahrhunderts.”(Erwin Huber) – also ein umfassendes eingliedern ohne Respekt auf Traditionen andere Kulturen, deren Sprache (Muttersprache) usw. und ähnliche Schönrednereien.

Nachdem ich mir hier Gedanken über Zitate und Zitieren gemacht habe, möchte ich nun ein Beispiel angeben.

Als Beispiel zitiere und interpretiere ich Rousseaus Satz:

“Gemeinsam stehen wir alle, jeder von uns seine Person und seine ganze Kraft unter die oberste Richtschnur des Gemeinwillens; und wir nehmen, als Körper, jedes Glied als untrennbaren Teil des Ganzen auf” (GV 1.6,8)

Damit belege ich jetzt mal die fiktive Meinung, dass jeder Mensch sich unter das Gemeinwohl unterordnen muss und seine eigenen Fähigkeiten und Interessen nachrangig gegenüber diesem Gemeinwohl sind. Das Gemeinwohl wird durch eine beliebige gesellschaftliche Kaste (z.B. gewählte Politiker) als oberste Richtschnur gesetzt (als Gesetz).

Jeder Unbedarfte müsste mir bei dieser provokanten Argumentation gefolgt sein, und müsste nun auch der Meinung sein, dass dieses Rousseaus Gedanken waren. Ich habe korrekt zitiert und habe mich bei der Interpretation auch nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt.

Als nächstes würde ich noch Hobbes zitieren:

    “Der alleinige Weg zur Errichtung einer solchen allgemeinen Gewalt, die in der Lage ist, die Menschen vor dem Angriff Fremder und vor gegenseitigen Übergriffen zu schützen und ihnen dadurch eine solche Sicherheit zu verschaffen, dass sie sich durch eigenen Fleiß und von den Früchten der Erde ernähren und zufrieden leben können, liegt in der Übertragung ihrer gesamten Macht und Stärke auf einen Menschen oder eine Versammlung von Menschen, die ihre Einzelwillen durch Stimmenmehrheit auf einen Willen reduzieren können. Das heißt soviel wie einen Menschen oder einen Versammlung von Menschen bestimmten, die deren Person verkörpern sollen, und bedeutet, dass jedermann alles als eigen anerkennt, was derjenige, der auf diese Weise seine Person verkörpert, in Dingen des allgemeinen Friedens und der allgemeinen Sicherheit tun oder veranlassen wird, und sich selbst als Autor alles dessen bekennt und dabei den eigenen Willen und das eigene Urteil seinem Willen und Urteil unterwirft. Dies geschieht durch die Einheit aller mit allen.” (Thomas Hobbes, Leviathan, Kapitel 17)

Damit wird also der Allgemeinwille durch das Urteil einer Gruppe von Personen (z.B. Parlament) ausgeübt, deren Urteil sich jeder unterwirft. Und nicht nur das, sondern wir unterwerfen auch unseren Willen und unser Urteil (wir bilden also kein eigenes mehr) dem Gemeinwillen, der durch diese Person(oder Gruppe) verkörpert wird.

Die obige Argumentation ist ungefähr das, was aktuell unter Demokratie verstanden wird. Und es kann auch schön und korrekt zitiert werden. Sobald man nachlesen will, findet man auch diese Sätze an den besagten Stellen. Das Problem ist nur, dass Hobbes (zeitlich lange) vor Rousseau geschrieben hat und Rousseau genau das Gegenteil gemeint hat, von dem was ich ihm in die Schuhe geschoben habe.

Jemand der den geschichtlichen Zusammenhang und die Werke nicht kennt, ist meiner Argumentation hilflos ausgeliefert. Insbesondere wenn es zur Indoktrination benützt wird können Szenarien erstellt werden (z.B. auszugsweise Kopien, schnelles weitergehen im Stoff (z.B. Unterricht)), in denen ich dieser Meinung hilflos folgen muss.

Hier will ich aber noch ein Beispiel aus John Rawls, Geschichte der politischen Philosophie benützen, um zu demonstrieren, wie ein Zitat “gefahrlos” verwendet werden kann (obwohl ich mir natürlich nicht sicher sein kann, bevor ich das ganze Werk und seine Entstehungsgeschichte kenne):

“Dieses ist die erste Stelle im Gesellschaftsvertrag, an der das Wort “Gemeinwille” (volonté générale) vorkommt. Es ist unverzichtbar, daß wir uns über die Bedeutung dieses Wortes und die Zusammenhänge mit den übrigen Grundideen Rousseaus Klarheit verschaffen. Daher werde ich mich gleich dieser Idee zuwenden. …” (Kapitel Rousseau)

Gute Belege findet man auch bei Vygotskij “Denken und Sprechen”.

Beim Bildungswirt habe ich eine Suchmaschine gefunden, die verspricht zu analysieren, was das Internet über einen bestimmten Begriff denkt – wieviel positiv und wieviel Prozent negativ ist.

Er hat das für Schule probiert:

Was das Internet über Schule denkt

Und als nächstes für Bildung:

Was-denkt-das-Internet-über-Bildung-

Ich habe es jetzt mal für Homeschooling ausprobiert:

84% Positiv / 15,3% Negativ

Und jetzt für Unschooling:

97,8% Positiv / 0,6% Negativ (1 Result)

Das bedeutet Homeschooling, sowie auch Unschooling haben nicht nur den Begriff “Schule”, sondern sogar auch den Begriff “Bildung” in der Wahrnehmung der Menschen überholt.

Unten wird dann immer eine Twitter-Nachricht gebracht, die gerade über den Begriff getwittert wurde. Und ich kann sagen, Unschooling wurde auch dort als “powerfull movement” bezeichnet.

Eine “Suchmaschine”, der ich nur zustimmen kann :)

(Wobei sie eher eine Meta-Suchmaschine ist, da sie die Informationen schon interpretiert)

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